Zehntausende Atomkraftgegner umzingelten das Regierungsviertel

Zehntausende Atomkraftgegner haben das Regierungsviertel in Berlin umzingelt. Die Veranstalter sprachen von 100.000 Teilnehmern: “Vor einem Jahr waren wir 50.000, wir hatten gedacht, vielleicht werden wir dieses Jahr 60.000, aber wir sind 100.000 Menschen geworden.” Die Polizei ging dagegen von mehreren Zehntausend aus. Zu der Demonstration hatte das Organisationsbündnis “Atomkraft: Schluss jetzt!” aufgerufen. Zu der Veranstaltung gehörte auch eine symbolische Sitzblockade sowie ein “Atom-Alarm” aus Trillerpfeifen und Tröten.

Angeführt wurde die Demonstration von fünf Traktoren aus dem Wendland. Während die ersten Demonstranten, die mit Bannern und Trillerpfeifen gegen die Atomkraft protestierten, bereits das Bundeskanzleramt erreichten, verharrten die letzten noch am Hauptbahnhof. Die Polizei öffnete am Nachmittag sämtliche Nebenstraßen der Strecke, um weiteren Demonstranten Zugang zu gewähren. Auch habe die Polizei den Veranstaltern ihre Lautsprecherwagen bereitgestellt, um die Demonstration überhaupt koordinieren zu können, sagte Uwe Hiksch von den Naturfreunden Deutschland.

Die Organisatoren zeigten sich zufrieden. “Es ist eine schöne, große, bunte und lustige Demonstration. Es sind unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen da, so wie wir uns das vorgestellt haben”, sagte Hiksch Gemeinsam erklärten die Veranstalter: “Der heutige unerwartet breite Protest Zehntausender Menschen zeigt: Die Bevölkerung duldet keine Klientelpolitik für Atomkonzerne auf Kosten ihrer Sicherheit.” Nach dieser Demonstration werde der schwarz-gelben Regierungskoalition klar geworden sein, “dass sie sich mit ihrem Atomdeal gehörig die Finger verbrannt hat”. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

Am Rande der Demonstration bekräftigten die Vorsitzenden von SPD und Grünen, Sigmar Gabriel und Claudia Roth, ihre Absicht, gegen die Laufzeitverlängerungen vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. “Wir werden natürlich klagen. Die Umgehung des Bundestages und des Bundesrates ist mit Sicherheit verfassungswidrig”, betonte Gabriel.

Roth sagte: “Ich sehe ganz große Chancen, die Laufzeitverlängerungen zu stoppen, weil das, was diese Bundesregierung versucht, überhaupt nicht zu vereinbaren ist mit der Verantwortung jeder Bundesregierung, für die Sicherheit der Menschen in diesem Land zu sorgen.” Für die Linkspartei sagte Fraktionschef Gregor Gysi, seine Partei könne sich eine gemeinsame Klage mit SPD und Grünen vorstellen. Auch wolle die Linkspartei in beiden Ländern, in denen sie an der Regierung beteiligt sei, eine Verfassungsklage vorantreiben.

Quelle: http://www.Tagesschau.de/inland/antiatomdemo110.html

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  • Kommentare zum Video

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    cocoloco
    Zuschauer

    und man muss bedenken da waren mehr als 100.000 Leute, und wieviele so wie ich konnten nicht hin und sind auch gegen den schei** atom strom! also sind es noch viel viel mehr leute!

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