ZAK Talks: Öffentliches Symposium – KI in Medizin und Pflege (Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner)

ZAK Talks: KI in Medizin und Pflege (Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner)

Am Abschlusswochenende der KIT Science Week 2021 trug das ZAK mit diskursiv-reflektierenden Veranstaltungen im Sinne einer Öffentlichen Wissenschaft zum Thema der Künstlichen Intelligenz bei. Das Programm der ZAK Talks gestaltete sich in einem interkulturellen und interdisziplinären Rahmen und beinhaltet ästhetisch-künstlerische Beiträge in Kooperation mit dem Fernsehsender ARTE, dem Badischen Staatstheater Karlsruhe und dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.
Im Zuge des Öffentlichen Symposiums in der IHK Karlsruhe am 9. Oktober 2021 präsentierte Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner ihren Vortrag ‘KI – Chancen und Risiken in Medizin und Pflege’.

Die Wahrnehmung von Chancen und Risiken der KI im Gesundheitswesen und in der Pflege ist sehr unterschiedlich, je nachdem, ob man sie aus der Perspektive der Presse, der wissenschaftlichen Studien oder aus der der Anwender betrachtet. Sie ist immer noch durchzogen von Mythen, zu hoch angesetzten Erwartungen und falschen (?) Befürchtungen. Was kann KI in Medizin und Pflege also wirklich? – Prof. Kirchner gibt einen kurzen Überblick. Was benötigt KI? – Natürlich Daten und gute Methoden, aber auch Vertrauen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Rechte der Bürger:innen. Viele Voraussetzungen, um KI zu nutzen, müssen aktuell zumeist noch geschaffen werden. Gerade für den Einsatz von KI in der Pflege und Rehabilitation gibt es noch große Herausforderungen, wie heterogene Daten und Datenstrukturen. Und schlussendlich die Frage: Wenn wir KI umfänglich nutzen wollen, worauf müssen wir uns einlassen? – Prof. Kirchner meint, wir schaffen digitale Abbilder unseres Selbst.

Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner, geboren 1976, studierte von 1994 bis 1999 Biologie an der Universität Bremen. Ihre Diplomarbeit war das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Institut für Hirnforschung I: Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie der Universität Bremen und der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie. Von 1997 bis 2000 war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Während ihres Studiums erhielt sie mehrere Auszeichnungen und weitere Stipendien. Mit dem Förderpreis der Stiftung „Familie Klee“ war es ihr von 1999 bis 2000 möglich als Gastwissenschaftlerin am „Department of Brain and Cognitive Sciences“, MIT in Boston, USA, zu forschen. Seit 2005, ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen im Fachbereich Mathematik und Informatik. In der dortigen AG Robotik, leitete sie bis Juli 2021 das „Brain & Behavioral Lab“. Seit 2008 leitete sie des Weiteren das Team „Interaktion“ und seit 2016 das erweiterte Team „Nachhaltige Interaktion und Lernen“ am „Robotics Innovation Center (RIC)“ des „Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI GmbH)“ in Bremen. 2014 promovierte sie im Fachbereich der Informatik an der Universität Bremen (Dr. rer. nat). Ihre wissenschaftlichen Interessen liegen auf den Gebieten der Medizintechnik, Robotik, Mensch-Maschine-Interaktion, kognitive Architekturen, Neurophysiologie und Elektroenzephalographie. Sie ist Autorin von über 80 Publikationen in internationalen Journalen und Konferenzen sowie von sieben Buchkapiteln. Sie betreute mehrere Diplom-, Master- sowie Bachelor- Arbeiten und ist Gutachterin verschiedener internationaler Journale und Konferenzen.
Seit 2018 ist sie Mitglied der Plattform Lernender Systeme in der Arbeitsgruppe 6: Gesundheit, Medizintechnik, Pflege. Sie ist seit 2020 Gründungsmitglied des Netzwerkes „Space2Health“ des DLR Raumfahrtmanagement, gefördert durch das BMWi. Außerdem war und ist sie als Expertin für KI, Mensch-Maschine-Interaktion, Assistenzsysteme und autonome Robotik für die Definition neuer Förderkorridoren insbesondere beim BMBF im Bereich Medizintechnik und Pflege des Förderschwerpunkts “Mensch-Technik-Interaktion” (MTI) und dem BMWi aber auch als Gutachterin für private Stiftungen und regelmäßig für das Ministerium MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik, Wien, Österreich als auch der DFG tätig. 2021 erhielt sie den Ruf an die Universität Hamburg auf die Professur „Informatik, insbesondere rechnergestützte kognitive Systeme“, den sie abgelehnt hat. Seit August 2021 ist sie Professorin für „Systeme der Medizintechnik“ an der Universität Duisburg-Essen. Im Themenbereich intelligente Assistenz- und Medizintechniksysteme kooperiert sie weiterhin mit den DFKI.

Weitere Informationen zur Veranstaltung: https://www.zak.kit.edu/zak_talks.php

0:00 Intro
0:16 Vortrag ‘KI – Chancen und Risiken in Medizin und Pflege’