Wohnungssuche: So werdet ihr betrogen

Wohnungssuche: So werdet ihr betrogen

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist extrem angespannt. Viel zu wenige Wohnungen stehen zur Vermietung zur Verfügung und gerade zum Semesterbeginn suchen viele Studierende verzweifelt nach einer Bleibe. Heute sucht aber kaum noch jemand über Zeitungsinserate nach Wohnungen – alles läuft online ab, über verschiedene Immobilien-Websites wie zum Beispiel „Immobilienscout24“, „WG-gesucht“ oder „Ebay Kleinanzeigen“.

Ihr habt uns aber auf ein großes Problem hingewiesen: Auf diesen Websites treiben sich auch einige Fake-Vermieter herum, die versuchen euch um die Mietkaution zu bringen oder auf andere Weise zu betrügen. Das ist auch Konstantin und Oliver passiert. Konstantin ist glücklicherweise, nach eigener Recherche, selbst misstrauisch geworden. Der vermeintliche Vermieter wollte ihm ein WG-Zimmer in Berlin vermieten, hat aber eine Vorauszahlung der Mietkaution gefordert und kaum persönlichen, direkten Kontakt zugelassen. Konstantin hat dann beim Bezirksamt und der Polizei nachgefragt. Dort wurde ihm abgeraten, auf die Forderungen des angeblichen Vermieters einzugehen. Und auch ein Anwohner im Haus hat ihm gesagt, dass er den angeblichen Vermieter nicht kennt. Also hat er letztendlich nichts überwiesen und den Vermieter bei der Online-Plattform gemeldet. Heute ist er glücklich darüber und froh, kein Geld verloren zu haben.

In Olivers Fall jedoch hat das ganze kein so glückliches Ende genommen: Er hat einem angeblichen Vermieter, ohne die Wohnung vorher gesehen zu haben, eine Kopie seines Personalausweises und seiner Immatrikulationsbescheinigung geschickt und auch ein Postident-Verfahren durchgeführt – angeblich, um dem Vermieter seine Identität nachzuweisen. Allerdings hat der angebliche Vermieter daraufhin Olivers Identität genutzt, um andere Menschen zu betrügen. Daraufhin gab es ein Ermittlungsverfahren gegen Oliver, der sich keiner Schuld bewusst war. Das Verfahren ist mittlerweile eingestellt, aber Oliver erhält immer noch Post von Geschädigten, die bei ihm persönlich Geld zurückfordern – obwohl er für den Betrug eigentlich nichts kann.

Warnsignale für einen möglichen Betrug sind beispielsweise, wenn die angebotene Wohnung oder das Zimmer viel zu günstig für Lage, Größe und Ausstattung angeboten werden. Ihr könnt euch gut mit Hilfe des Mietspiegels über die ortsübliche Miete informieren. Oder ihr vergleicht das jeweilige Angebot mit den anderen Angeboten vor Ort. Aber auch bei jeder Form von Forderung nach einer Vorauszahlung der Miete oder nach der Mietkaution solltet ihr sehr vorsichtig sein und im Zweifel Abstand von dem Angebot nehmen. Wenn euch der Vermieter nie persönlich begegnet und euch auch kein persönliches Treffen zusagt, solltet ihr genauso stutzig werden.

Den angeblichen Vermieter, der mir im Film eine Wohnung angeboten hatte, haben wir um eine Stellungnahme gebeten. Aber bis zur gesetzten Frist ist bei uns keine Antwort eingegangen.

Postident-Verfahren:
Eröffnet jemand ein Konto oder ein Depot, muss die Bank sicherstellen, dass es sich beim Antragssteller auch tatsächlich um die Person handelt, die im Eröffnungsantrag aufgeführt ist. Bei der persönlichen Eröffnung in einer Filiale kann direkt ein Ausweisdokument überprüft werden. Es ist jedoch mittlerweile möglich, Kontoeröffnungen online abzuwickeln, ohne die Bankfiliale aufzusuchen. Damit die Identität des Antragsstellers dennoch zweifelsfrei geklärt werden kann, wird das Postident-Verfahren eingesetzt. Dabei überprüft zum Beispiel eine Angestellte in einer Postfiliale die Identität über ein Ausweisdokument und bestätigt das der Bank. Das ist auch per Videochat möglich.

Links:
Die Verbraucherzentrale hat Warnhinweise gesammelt:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/abzocke/fakewohnungen-im-internet-gefaelschte-immobilienanzeigen-erkennen-27576

Musik:
Trentemöller – Moan
Rival Consoles – Unravel

Team: Timm Giesbers, Anastasiya Polubotko, Maik Arnold, Marc van Heinsberg, Jan Jurytko, Katrin Schlusen

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