Wie Nationalsozialisten den Karneval instrumentalisierten

Nirgends kann man sich so ungehemmt über Politik auslassen wie im Karneval. Die Karnevalisten berufen sich dabei auf eine lange Tradition. Schon im Mittelalter wurde an den Tagen vor der Fastenzeit ausschweifend gefeiert. Und mit den napoleonischen Kriegen und der französischen Besetzung großer Teile Deutschlands kam ein Element hinzu, auf das die Narren ganz besonders stolz sind: Obrigkeitskritischer Witz begründete den Mythos des politischen Karnevals. Bis heute spielt das Politische in den Hochburgen des Karnevals eine Rolle. Politischer Witz in Büttenreden, Verballhornung soldatischer Uniformen und kritische Motivwagen bei Umzügen.

Doch waren die Narren wirklich so aufmüpfig und subversiv? Dieser Frage sind die beiden Historiker Markus Leifeld und Carl Dietmar nachgegangen. In ihrem Buch „Alaaf und Heil Hitler haben sie untersucht, wie sich die Karnevalisten im Dritten Reich verhalten haben. Ihre Erkenntnisse sind wenig schmeichelhaft für die Jecken. Bis auf wenige Ausnahmen haben die sich bereitwillig in den Dienst der Nazi-Propaganda gestellt. Statt subversiver Kritik an den Mächtigen gab es ganz im Sinne der Nazis Witze auf Kosten von Emigranten, Juden und den „Feinden des Reiches.

Wie politisch war und ist der Karneval? ttt trifft die Historiker Markus Leifeld und Carl Dietmar in Köln.

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