Wertelehre 6: Burnout – Die innere Kapitulation vor der Dualität

Der urbane Mensch – bzw. der zivilisierte Mensch, hat im Zuge seiner Vernunft, viele Einzelpersonen in sich gebildet. Der Mensch selber als ICH hat aufgehört zu existieren. Er verfügt lediglich über ein ICH-Management, dessen Vorsitz immer eine andere Persönlichkeit in uns übernimmt – in Abwägung der Vorteile (Grundbedürfniss oder Luxusgut), die erzielt werden sollen.
Wie viele ICHs hast DU?
Betrachten wir eine moderne Frau. Sie ist:
Tochter
Frau
Arbeitnehmerin/Unternehmerin
Mutter
Ehefrau
Steuerzahlerin
Autofahrerin
Konsumentin
Freundin
Umweltschützerin
Parteimitglied
Sportvereinsmitglied
Theaterabonnent
usw.

Wir haben unendliche viele Möglichkeiten uns aufzuspalten. Dabei ergeben sich immer wieder innere Konflikte, da immer nur eine einzige Person – für das außen – für die Realität sichtbar wird. Die Arbeitnehmerin steht grundsätzlich und immer im Konflikt mit der Mutter. Das ICH-Management wird also abwägen müssen, wann die Mutter ihre Forderungen vortragen wird und wann die Arbeitnehmerin nach Vorteil ruft, um eventuelle beide Teil-Ichs zu befriedigen.

Die Mengenlehre in uns selbst

Unsere Gesellschaft bietet zwar Interessengemeinschaften, wie Gewerkschaften, Parteien oder den Elternbeirat an, aber diese gelten längst nicht mehr als Schnittstelle, man ist oft nur noch aus Gewohnheit Mitglied. Die Sinnhaftigkeit dieser Interessenverbände ist längst verloren. Tarifabschlüsse werden mit dem Bewusstsein eines Unternehmers getroffen, da sonst die Wertschöpfung nicht mehr möglich wäre. Alleine an diesem Beispiel erklärt sich bereits, dass eigentlich immer nur ein Ziel vor Augen ist = Wertschöpfung = Abschöpfen lassen.

Plötzlich steht der Mensch ganz alleine mit seinem EGO da und findet niemanden mehr, der mit ihm zusammen seine Interessen durchsetzen will – seine Vorteile für ihn manifestiert. Das ist ein Schock für viele Menschen, die in ihrer wunderbaren schönen Welt des Eskapismus leben; ihre Informationen sich selektiv holen, um ihre Realität aufrechterhalten zu können.
Hier nur von einer Manipulation der Medien zu sprechen halte ich für kurzsichtig. Im Grund wird alles gesagt, aber es wird immer falsch von den Menschen verstanden, und zwar so, dass sie aus ihrer selbst erschaffenen Realität nicht heraus müssen.

Burnout ist kein Erwachen, sondern ein innerer Zusammenbruch- und wie beschrieben eine unendliche Hoffnungslosigkeit, weil dem Menschen in unserer Gesellschaft, seiner Vorstellung von Gemeinschaft, keine andere Vernunft nahegelegt wird.
Demzufolge ist für ihn Burnout tatsächlich eine Krankheit. Letztlich ist es die bedingungslose Kapitulation vor einer selbsterfunden Realität der Menschheit – der berühmte Teufelskreis oder das Hamsterrad, in dem jeder steckt, sogar die sogenannten Eliten.

Im Burnout-Syndrom kommt man sehr langsam an, denn der Mensch sucht mit all seiner “überlebensnotwendigen” Schizophrenie, in all seinen Ichs, nach Möglichkeiten Vorteile, seine Ziele zu erreichen (wie…besser leben, ein Auto haben wollen, auch wenn es nicht notwendig ist, etc..). Nach und nach erkennt der Mensch in jeder seiner Persönlichkeit, dass es keinen Vorteil mehr zu erlangen gibt.
Er steht vor einer unüberwindbaren Mauer der Vernunft. Die Irrationalität unserer Gesellschaft wird ihm offensichtlich.
Aber der Mensch kennt nichts anderes, erhöht seine Leidensfähigkeit und wird dadurch auch seinen Mitmenschen mehr Leiden zumuten.

http://politikprofiler.blogspot.com/2011/11/wertelehre-6-burnout-der-preis-fur.html

Gesprochen und interpretiert von “Empörte” Euro Keuronfuih (Politprofiler)

Politprofiler

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Ich bin nur ein Mensch, der sich bemüht alles frei von Religionen, Ideologien, Weltanschauungslehren, festgeschriebenen Werten und parteilichen Grundeinstellungen zu sehen. Sie verfälschen die Wahrnehmung der Realität. Ich werde keiner Schablone entsprechen, egal welche man für mich bereithält.



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