Wasserpflanzenpflege in Aquarien

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Wasserpflanzenpflege in Aquarien

Im Wasserpflanzenhaus des Botanischen Gartens München-Nymphenburg stehen 15 Aquarien. Gepflegt werden sie von Gärtner Andreas Richter. Für ihn heißt es hier wöchentlich: Stutzen, Putzen und Wasser wechseln.

Eigentlich soll man Aquarien so aufstellen, dass sie möglichst wenig Sonnenlicht abbekommen. Im Gewächshaus eher schwierig. Die Folge: vermehrter Algenbelag an den Scheiben, Faden- und Grünalgen im Wasser und besonders schnell wachsende Pflanzen.
So hat Gärtner Andreas Richter wöchentlich gut zu tun mit der Pflege der Becken.

Stutzen
Pflanzen, die an die Wasseroberfläche wachsen, müssen eingekürzt werden. Dazu nimmt der Gärtner die gesamte Pflanze aus den Becken und schneidet von den kräftigsten Trieben Kopfstecklinge. Die setzt er dann vorm Auffüllen mit Frischwasser wieder ins Aquarium. Seiner Erfahrung nach wachsen die Pflanzen so schöner weiter, wie wenn sie einfach nur gekürzt werden. Außerdem erleichtert es die Pflege, wenn das Becken nicht so voll ist.
Doch Vorsicht! Da Wasserpflanzen keine schützende Wachsschicht, die sogenannte Kutikula, besitzen, wie es bei vielen Landpflanzen der Fall ist, und ihre Epidermis, also die Blattoberfläche, viel dünner ist, verlieren sie schnell an Feuchtigkeit. Deswegen rät Andreas Richter dazu, die Pflanzen einzusprühen oder in eine Wanne mit Wasser zu legen, um sie während der Pflege feucht zu halten. Im Wasserpflanzenhaus ist das aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht nötig.

Putzen
Wöchentlich putzt Andreas Richter die Scheiben von außen und innen. Für die Innenwände verwendet er einen Scheibenreiniger mit Klinge, für die Außenwände Schwamm und Abzieher. Diese Maßnahmen sind rein kosmetisch. Anders sieht das mit Faden- und Grünalgen im Wasser aus. Sie stehen auf Dauer in direkter Konkurrenz zu den Pflanzen und können sogar deren Wachstum hemmen und die Photosynthese beinträchtigen, wenn sie die Blätter bedecken. Daher sollten sie unbedingt entfernt werden, falls sie überhandnehmen.
Hat man im Becken aber einmal die richtige Balance zwischen Düngung, Lichtangebot und Temperatur gefunden, sollte man im Idealfall wenig Probleme mit Algen haben.
Ebenfalls Teil der wöchentlichen Reinigung ist das Absaugen des Bodens mit einer Mulmglocke. Die saugt Fischkot und andere sich zersetzende Biomasse ein. Im gleichen Schritt lässt Andreas Richter die Hälfte des Wassers ab und fischt Pflanzenreste mit einem Kescher aus dem Becken.

Wasser wechseln
Ist alles sauber, kommen die Pflanzen zurück ins Becken und es wird aufgefüllt. Dazu verwendet Andreas Richter eine Mischung aus Leitungs- und Osmosewasser, das ist Wasser in seiner Reinform. Außerdem überprüft er dabei regelmäßig den Nährstoffgehalt und gibt Flüssigdünger ins Becken, falls erforderlich.

Hier noch die Pflanzen aus den beiden gezeigten Becken:
Becken 1:
Hydrocotyle tripartita, Kleiner Wassernabel
Vallisneria nana, Vallisnerie
Pogostemon stellatus, Sternpflanze

Becken 2:
Echinodorus grisebachii – Grisebachs Schwertpflanze
Heteranthera zosterifolia – Seegrasblättriges Trugkölbchen
Micranthemum micranthemoides – Zierliches Perlenkraut
Bacopa caroliniana –Fettblatt
Ludwigia Hyb. – Ludwigie
Alternanthera reineckii – Papageienblatt
Eleocharis vivipara – Regenschirmsimse

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