Was darf man heute noch sagen? Wenn Sprache und Symbole polarisieren | SWR Doku

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Was darf man heute noch sagen? Wenn Sprache und Symbole polarisieren | SWR Doku
„Achtung, in diesem Film werden Worte, die als verletzend empfunden werden, ausgesprochen, bzw. sind offen zu lesen. Wir machen das deshalb, weil wir Rassismus thematisieren wollen. Wir halten es für wichtig, dass offen über Rassismus gesprochen wird, auch wenn es dadurch zu einem gewissen Teil zur Reproduktion rassistischer Begriffe kommt, die aber, für unser Dafürhalten, wichtig für das bessere Verständnis sind.“

Immer mehr Menschen sind verunsichert, wenn es um das richtige Verwenden von Begriffen oder Redewendungen geht. Lange gewohnte Wörter oder Begriffe gelten heute unter Umständen als rassistisch oder diskriminierend. Wird die deutsche Sprache durch Abkürzungen wie das N- oder Z-Wort verhunzt oder endlich gerechter? Für die einen ist es Unsinn, für andere der überfällige Schritt in eine diskriminierungsfreiere Zukunft. „betrifft“ begibt sich in sprachlich vermintes Gelände. Eine Spurensuche durch ein verunsichertes Land – mit eingebautem Anti-Rassismus-Kompass.

Wappenstreit in Stuttgart-Möhringen
Seit fast 200 Jahren zeigt das Wappen des Stuttgarter Stadtteils Möhringen eine schwarze Frau mit Ohrring und vollen Lippen. Okan A. hält diese Darstellung für herabwürdigend und rassistisch gegenüber schwarzen Menschen. Er hat deshalb eine Petition eingereicht, um das Wappen abzuschaffen. Volker G. vom Bürgerverein Möhringen versteht die Aufregung nicht, er hält den Rassismus-Vorwurf für „Quatsch“. Sein Verein will das traditionelle Wappen weiter nutzen. Doch jetzt veranstaltet die Stadtverwaltung einen Ideen-Wettbewerb, der Bezirk soll ein neues Wappen erhalten. 28 Vorschläge sind eingegangen.

Der Mohr ein positives Wort?
In Kiel hat der Schwarze Deutsche Andrew Oneugbu ein Restaurant eröffnet und es „Zum Mohrenkopf“ genannt. Er sagt, er sei stolz darauf ein Mohr zu sein, weil er glaubt, dass das Wort eine positive Bedeutung habe. Ganz in seiner Nähe aber hat eine fast 100 Jahre alte „Mohren“-Apotheke erst kürzlich den Namen geändert. Warum? Ist der Begriff „Mohr“ rassistisch, oder hat er eine neutrale oder gar positive Bedeutung?

Das N-Wort als Beleidigung juristisch anerkennen
Ein AfD-Politiker verwendet während einer Landtagsdebatte mehrfach und ungestraft das N-Wort. Charlotte Nzimiro ist empört darüber. Die schwarze Deutsche will das N-Wort als das kennzeichnen lassen, was es für sie ist: eine dreiste rassistische Beleidigung, in der sich jahrhundertelange Unterdrückung und Diskriminierung von Schwarzen ausdrückt. Die Aktivistin hat eine Petition eingereicht – wie reagiert die Politik?

Diese Doku von Claus Hanischdörfer aus der SWR-Reihe „betrifft“ trägt den Originaltitel: Was darf man heute noch sagen? Wenn Sprache und Symbole polarisieren, Ausstrahlungsdatum: 8.6.2022. #swrdoku #swr
Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert.

00:00 – 09:07 „Streit um das Möhringer Stadtwappen“
09:08 – 17:27 „Welche Worte sind rassistisch?“
17:28 – 19:33 „Die Geschichte des N-Wortes“
19:34 – 24:43 „Die Geschichte des Möhringer Stadtwappens + ein Ideenwettbewerb“
24:44 – 29:32 „Die Geschichte des M-Wortes“
29:33 – 33:42 „Eine Schwarze erklärt, wieso das Stadtwappen für sie beleidigend ist“
33:43 – 36:30 „Die Geschichte des Z-Wortes“
36:31 – 44:57 „Erstaunliche Ergebnisse des Ideenwettbewerbs und Fazit über die Verwendung von Worten und Symbolen“

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