Warum steht die CDU vor meiner Tür?

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Video-Link: http://youtu.be/lnKAi6aLvu0

Schöne Inszenierung: Der „Haustür-Wahlkampf“ von CDU & FDP wurde als spontane, offene Begegnung mit den Bürgern dargestellt. Jetzt kommt raus: Durch Daten-Geschäfte mit der Deutschen Post wurde das ‘Risiko’ sich mit kritischen Stimmen auseinanderzusetzen von vornherein so stark wie möglich minimiert.

#EchteBürgernähe #WirWollenMalWiederMitDenMENSCHENZusammenkommen #AberHaltNurMitDenenDieUnsMögenNe #KlingelingHalloHabenSieZeitÜberMeineParteiZuRedenUndMichAbzufeiern #JaNice

– RICHTIGSTELLUNG: Grober Schnitzer meinerseits: Im Video wird dargestellt, dass bei der Landtagswahl im Saarland ca. 9.000 CDU-Wahlkämpfer an rund 700.000 Haustüren geklingelt hätten. Tatsächlich haben aber ca 9.000 CDU-Wahlkämpfer an rund 700.000 Haustüren bei der Landtagswahl im Saarland UND der Landtagswahl in NRW (selbes Jahr) geklingelt! Sorry, sowas sollte eigentlich nicht vorkommen. Tut mir sehr leid für den Fehler!

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Die Deutsche Post kennt jeder, ihre Datengeschäfte wurden jedoch vielen erst jetzt bewusst: Im Wahlkampf der Bundestagswahl 2017 hat die Deutsche Post mehr als eine Milliarde Kundendaten an CDU und FDP verkauft. Die Parteien nutzten die Daten, um gezielt ‘partei-affine’ Wähler zu finden. Während ihr Haustürwahlkampf als spontane Aktion inszeniert wurde, bei der Politiker den Bürgern offen begegnen, sah die Realität anders aus: Mit riesigen Mengen an Daten der Deutschen Post wurde von vornherein das perfekte Umfeld gesucht, in dem mit möglichst wenig Widerspruch zu rechnen ist. Dass es keine zufälligen Besuche waren – sondern dass die besuchten Wähler aufgrund dieser Daten-Analyse für die Begegnungen mit den Politikern ‘ausgerechnet’ wurden – wurde ihnen nicht mitgeteilt. Die Rechnung scheint simpel: Es ist für Parteien einfacher, ihnen wohlgesonnene Bürger zum Wählen-Gehen an sich zu motivieren (und so zu ‘mobilisieren’) als sich mit kritischen Stimmen auseinanderzusetzen. Ob der Datenhandel der Deutschen Post mit CDU und FDP tatsächlich legal war, das wird derzeit noch untersucht – welchen Einfluss er letztlich auf das Wahlergebnis hatte, ist schwer einzuschätzen. Fest steht aber: Der Handel mit Daten ist ein Millionen-Geschäft. Und die Parteien würden nicht darin investieren, wenn sie sich davon keinen spürbaren Effekt versprechen würden.

Rayk Anders

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