Vom Wurst-Baron zum Bio-Bauern

Er gehörte einmal zu den großen deutschen Industriellen. Er hat einen mittelständischen Betrieb im Herzen der westfälischen Kleinstadt Herten zum größten Wurst-Konzerns Europas ausgebaut. Er revolutionierte die Verarbeitungstechnik von Fleisch in Deutschland, war von 1966 bis 1979 Präsident des Bundesverbandes Deutsche Fleischwarenindustrie und war Europas Fleischlobbyist Nummer 1. Doch auf dem Höhepunkt seines Erfolges schaltete er diese Karriere ab, wie mit einem Lichtschalter: Karl Ludwig Schweisfurth wechselte im Alter von 54 Jahren sein Leben. Der Wurstfabrikant verkaufte 1984 seinen Milliardenkonzern “Herta” an Nestlé und wurde Biobauer in Bayern.

Zunächst verspottet und ausgegrenzt (“Ich bin kein Bayer, kein Bauer – ich bin ja nicht mal katholisch.”), wurde sein Biohof “Gut Hermannsdorf” in Zeiten von BSE, Antibiotika-Skandalen und Maul- und Klauenseuche zum Öko-Wallfahrtsort für ganz Europa. Seine Produkte, obwohl teuer, sind in seinen modernen Bio-Supermärkten quasi verkauft, bevor er sie produziert hat. Er zeigt, dass verantwortungsvoller Umgang nicht in sackleinener Langeweile daherkommen muss – und sich dennoch mit ökonomischem Erfolg verbinden lässt. Vom Metzger zum Groß-Industriellen und zurück: Meike Hemschemeier zeichnet das bewegte Leben von Karl Ludwig Schweisfurth in einem einfühlsamen O-Ton-Portrait nach. Sein Lebensweg ist die Geschichte eines großen Unternehmers voller Ideen, Sehnsüchte und Brüche, der immer auf der Suche war. Von einem, der auszog in fremde Länder, immer schneller und effizienter werden wollte – um zwei Jahrzehnte später festzustellen, dass ihn diese Art von Erfolg nicht glücklich macht. Film von Meike Hemschemeier.

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  • Kommentare zum Video

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    woherwarumwohin
    Zuschauer
    Ja wie geil isst der denn? Schönes beispiel für “das Gute” im Menschen ganz allgemein. Eben auch bei den so (oder wie auch immer) genannten Grosskopferten. Das einzig Beständige ist der Wandel, auch (oder gerade weil) es immer schon so war, wie es ist und auch immer so bleiben wird. Gott ist tot – lang lebe Gott. (Welche/r/s für mich übrigens nichts anderes, als DIE Energie ist. Ja. In so fern ist Gott [zumindest im deutshen Sprachgebrauch – gibt es eine Sprache, in der Energie nicht weiblich betitelt ist?] eine Frau, wobei Monotheismus ja evtl. auch eine fragwürdige Praxe darstellt.… Mehr anzeigen »
    shining-white-lady
    Zuschauer

    für alle die mal über ihr verhältniss zu dem fleisch auf ihrem teller nachdenken wollen, echt gut. also ich musste an 2 stellen weinen…

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