Visionen und Realitäten der Lebensstile (Prof. Dr. Niko Paech)

Die Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Weiterhin scheint ein auf permanente ökonomische Expansion getrimmtes System kein Garant für Stabilität und soziale Sicherheit zu sein. Darauf deuten nicht nur die Eskalation auf den Finanzmärkten und die Schuldenkrisen hin, sondern auch die Verknappung jener Ressourcen („Peak Everything”), auf deren unbegrenzter Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte. Zudem nährt die sog. „Glücksforschung” den Befund, dass Steigerungen des monetären Einkommens ab einem gewissen Niveau keine weitere Zunahme des subjektiv empfundenen Wohlbefindens hervorruft. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Letztere ist das Resultat eines Rückbaus arbeitsteiliger, geldbasierter und globalisierter Versorgungsmuster. Stattdessen werden Suffizienz und urbane Subsistenz bedeutsam sein. Aus Konsumenten werden souveräne Prosumenten, die mittels reaktivierter Subsistenzressourcen (z.B. Handwerk) zur gemeinschaftlichen Versorgung beitragen. Zudem ist die Postwachstumsökonomie durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet, also durch Glück ohne Kerosin.

Der Vortrag von Prof. Dr. Niko Paech mit einem Grußwort von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha fand statt anlässlich des Colloquium Fundamentale „Kulturen der Nachhaltigkeit: Zwischen Vision und Realität” des ZAK| Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am 13.12.2012.

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Veranstaltung — http://www.zak.kit.edu/3078.php
ZAK — http://www.zak.kit.edu/
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Aktuelle Videos von Vorträgen und Veranstaltungen des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Mit seinen Aktivitäten im Bereich Öffentliche Wissenschaft vermittelt das ZAK einem interessierten Publikum komplexe Forschungsthemen in verständlicher Form. Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung des KIT bietet es darüber hinaus Studierenden aller Fakultäten Zugang zu interdisziplinären Lehrangeboten und beschäftigt sich in kulturwissenschaftlichen Forschungsprojekten mit Interkulturalität, Wissenschaftskommunikation und kulturellem Erbe.



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