Übergriffe von YouTuber Yo Oli auf Mädchen: Polizist ist Fan! | reporter

Übergriffe von YouTuber Yo Oli auf Mädchen: Polizist ist Fan! | reporter

Dem 25-jährigen YouTuber Junus W. alias „Yo Oli“ und „King Oli“ wird vorgeworfen, zwischen August 2018 und Juni 2019 in fünf Fällen minderjährige Mädchen in Schleswig-Holstein und Dortmund in seinem Auto sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Seit August 2019 sitzt der Berliner durchgehend in Untersuchungshaft in Berlin. Der Prozess gegen ihn soll noch im November 2019 starten (Stand: 20.11.2019)

Yo Oli stand wegen seiner sogenannten „Kissing Prank“-Videos schon länger in der Kritik. Zahlreiche YouTuber kritisierten die Videos des 25-Jährigen.

Die Videos aus den inzwischen gelöschten YouTube-Kanälen von Yo Oli zeigen oft, wie er junge, oft minderjährige, Frauen anspricht und sie bedrängt, sich von ihm küssen zu lassen. Die gelöschten Videos liegen der Redaktion von reporter/funk vor.

Ein Video aus dem Kanal zeigt ein Gespräch von Yo Oli mit einem Berliner Polizisten vor dem Brandenburger Tor. In dem Gespräch sagt der uniformierte Polizist, dass er ein Fan von Yo Oli sei und ihm die Videos des YouTubers gefallen würden. Zum Ende der Sequenz schaut der Polizist in die Kamera und fordert die Zuschauer dazu auf, den Kanal zu abonnieren.

Die Recherchen von reporter haben ergeben, dass es sich bei dem Mann um einen Polizisten handelt, der immer noch im Dienst der Berliner Polizei ist. Sein Auftritt in einem Video von Yo Oli sorgte bereits 2018 für eine Beschwerde, der die Berliner Polizei nach eigenen Angaben nachgegangen ist, ist aber immer noch im Dienst. Der Polizist bekam ein Gespräch mit seinen Vorgesetzten und einen Aktenvermerk. Die Polizei Berlin distanziert sich von dem Verhalten des Mannes, besonders davon in Uniform Werbung für einen YouTube-Kanal zu machen.

Auf Nachfrage gab ein Sprecher von YouTube-Deutschland an, dass der Kanal von Yo Oli wegen Verstoßes gegen Community Richtlinien gelöscht wurde. Weitere Fragen, etwa danach warum der Kanal so lange bestehen konnte und ob YouTube Deutschland die problematischen Inhalte des Kanals an deutsche Strafverfolgungsbehörden gemeldet habe, blieben unbeantwortet.

Yo Oli und seine anwaltliche Vertretung konnten bis zum Redaktionsschluss (20.11.2019) für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Im April 2019 meldete sich Yo li in mehreren Videos zu Wort und erklärte damals, die Vorwürfe gegen ihn seinen falsch.

HILFE
Menschen, die sexuelle Gewalt erleben, brauchen Unterstützung. Carola Klein von der Beratungsstelle „Lara“ rät: Sucht sie euch. Ihr müsst nicht direkt zur Polizei – ihr könnt auch zu Freunden, Verwandten oder zu Beratungsstellen. Dort könnt ihr anonym und kostenlos Hilfe bekommen, auch wenn ihr nicht alles erzählen wollt.
Die Entscheidung, ob ihr bei der Polizei Anzeige erstatten wollt, liegt allein bei euch. Natürlich sind die Chancen auf Erfolg größer, wenn Beweise (Zeugen, Videos, Chatverläufe) vorliegen – aber auch ohne all das könnt ihr zur Polizei.

Klar ist auch: Das Opfer ist nicht schuld. Jeder Mensch hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Eure Bezugsperson sollte euch weder Vorwürfe machen noch bohrende Fragen stellen, sondern für euch da sein.

Weiterführende Infos:
– Unter 0800/111 0 111 und 0800/ 111 0 222 und 0800/ 116 123 könnt ihr anonym, kostenlos und jederzeit die Telefonseelsorge erreichen.
– Weisser Ring: Bundesweit tätiger Opferhilfeverein mit kostenloser und anonymer Beratung (telefonisch und online). https://weisser-ring.de/
– https://www.hilfeportal-missbrauch.de/startseite.html
– Hier gibt es Infos zum Thema sexuelle Gewalt sowie Anlaufstellen für Betroffene: https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-missbrauch/definition-von-sexuellem-missbrauch
– Anklage gegen Yo Oli: https://twitter.com/GStABerlin/status/1189493955001573378

Team:
Lisa Altmeier, Isabel Beer, Julia Krischok, Anastasiya Polubotko, Katrin Schlusen, Jakob Gross, Lukas Hellbrügge, Dirk Oetelshoven, Bärbel Kierdorf

Besonderer Dank an Isabel Beer

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