The Grey – Unter Wölfen – Trailer, Kritik & Analyse

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The Grey – Unter Wölfen – Trailer, Kritik & Analyse
Der Regisseur Joe Carnahan hat mit dem Abenteuerdrama „The Grey – Unter Wölfen“ den vielleicht peinlichsten Film des Jahres gedreht, eine Wirkung, die der Hauptdarsteller Liam Neeson mit seinem einfältigen Spiel noch unterstützt. Oberflächlich betrachtet, wird uns eine klassische Abenteuergeschichte erzählt: Eine Gruppe von Männern, die in Alaska nach Öl bohrt, soll von ihrem unwirtlichen Stützpunkt nachhause geflogen werden. Liam Neeson ist kein gewöhnlicher Arbeiter, sondern hat als Jäger die Aufgabe, die Männer vor angreifenden Wölfen zu schützen. Doch auf dem Heimflug gibt es Komplikationen, die Maschine stürzt ab. Etwa ein Dutzend Männer überlebt. Aber wo sie nur hinschauen, sehen sie keine Zivilisation, nur Schnee, Eis und finstere Wälder. Bald werden die Wölfe angreifen. Dem Zuschauer soll direkt klar werden: Dies ist ein Drama über die menschliche Existenz. Was ist der Mensch? Was darf er hoffen? Gibt es einen Gott? Die Drehbuchautoren hatten sich wohl ursprünglich einmal vorgenommen, diese fragen zu beantworten. Leider bleibt dies jedoch auf dem Niveau eines spirituellen Trips für Abenteuerlustige – wer hier Existentialismus vermutet, wird enttäuscht. Von Sartre oder Camus keine Spur, obwohl sich auch in „The Grey“ schnell die Anderen als die Hölle erweisen. Doch was bedeutet das alles? Finden wir nicht ähnliches in der Realität wieder, wenn wir an beliebte Extremsportarten oder an pauschal buchbare Abenteuerreisen denken, bei denen sich Menschen mit allen Zusatzversicherungen in Gefahr begeben dürfen, um ihre „Grenzen auszutesten“. Zeigt uns „The Grey“ letztlich nicht die bedenklichen Auswüchse einer New Age Religion/Philosophie? Mehr dazu im Video!



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