Teichpflege im Spätsommer

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Einst als Schwimmteich geplant, hat sich die Wasserfläche im Garten von Brigitte Goss im unterfränkischen Burghausen mittlerweile in einen Naturteich verwandelt. Geht es an die Pflege ihres Teiches, holt sich die Gärtnerin beim Fadenalgen fischen gerne nasse Füße.

Pflegeschritt 1: Fadenalgen fischen
Fadenalgen bilden sich in fast jedem Teich, sind erstmal nicht schädlich. Zum Problem werden Fadenalgen nur, wenn sie sehr stark wachsen und schließlich zum Teichboden sinken und sich dort zersetzen. Dabei entziehen sie dem Wasser viel Sauerstoff, können damit zum Kippen des Teiches führen. Um das zu verhindern, fischt Brigitte Goss in heißen Sommerwochen alle zwei bis drei Tage die größeren Fadenalgen-Kissen ab. Im Spätsommer reicht es einmal pro Woche.

Pflegeschritt 2: Teichgrund reinigen
Der richtige Zeitpunkt um den Teichgrund zu reinigen ist gar nicht so leicht zu bestimmen. Im Schlick auf dem Teichboden überdauern viele Tiere den Winter. Bis diese ihr Winterquartier verlassen, ist es Frühling. Dann beginnen Frösche, Molche und Kröten ihre Eier im Teich abzusetzen. Auch da will die Gärtnerin nicht stören. Erst jetzt im Spätsommer beginnt Brigitte Goss den Teichgrund zu säubern. Allerdings nicht mit einem Teichsauger, sondern ebenfalls von Hand mit ihrem Kescher. Der Schlick ist schwarz, schwer und stinkt. Die Blätter und Pflanzenreste am Teichgrund haben sich ohne Sauerstoff zersetzt, sind besser gesagt verfault. Dabei entstehen Faulgase, sie sehr unangenehm riechen. Der Schlick ist aber kein Abfall, für Brigitte Goss ist er wertvoller Rohstoff. Mit Strauchschnitt oder Blättern kompostiert ergibt sich ein nährstoffreicher Humus, mit dem die Gärtnerin ihre Pflanzen düngt.

Pflegeschritt 3: Pflanzen zurückschneiden
Eine Faustregel besagt: Zwei Drittel der Wasseroberfläche sollen frei sein, ein Drittel darf bewachsen sein. Die Pflanzen filtern das Wasser, entziehen über die Wurzeln viele Nährstoffe. Durch den Rückschnitt nimmt man auch Nährstoffe aus dem Teich. Denn jeder Rückschnitt wirkt wie eine Verjüngungskur für die Pflanzen, sie treiben dadurch noch kräftiger aus und entziehen dem Wasser wieder Nährstoffe.
Fast alle Teichpflanzen vertragen einen Rückschnitt problemlos. Fieberklee, Hechtkraut, Seerosen, Schwertlilien oder auch Froschlöffel regenerieren sich innerhalb von kurzer Zeit. Der Rückschnitt landet bei Brigitte Goss ebenfalls auf dem Kompost.

Vorsicht Tiere!
Bei allen Arbeiten in und am Teich nimmt sich die Gärtnerin bewusst viel Zeit, denn zahlreiche Molchlarven, Wasserläufer, Libellenlarven und viele andere Tiere leben in und am Teich. Die Eimer mit den abgefischten Algen und auch dem Schlick bleiben mindestens einige Stunden, manchmal sogar einen Tag am Teichrand stehen. Regelmäßig schaut die Gärtnerin in die Eimer, denn nach und nach arbeiten sich Molche und Co. an die Oberfläche, werden da von Brigitte Goss abgesammelt und zurück in den Teich gehoben.

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