Teichbau – Naturnaher Kleingarten

Teichbau - Naturnaher Kleingarten

Aus einer Parzelle in der Kleingartenanlage Nordwest 1 in München soll ein naturnaher Schaugarten werden. Heute startet das erste Projekt: der Teich. Und bei dem gibt es ganz spezielle Herausforderungen…

Der Anlass
Die Kreisgruppe München des Landesbunds für Vogelschutz möchte in diesem Kleingarten zeigen, wie sich mit wenig Platz naturnah Gärtnern lässt. Beim Bau dabei sind: Planerin Miriam Henning, vom LBV Sophia Engel und Marion Dorsch, Gärtnermeister Gerald Fuchs und viele freiwillige Helferinnen und Helfer.

Der naturnahe Kleingarten
Naturgartenplanerin Miriam Henning hat den Garten geplant. Mit Gemüsebeeten, Trockenmauern, Blumenwiesen und einem kleinen Teich. Und der Teich ist auch das erste Projekt der Umgestaltung der Parzelle. Laut örtlicher Gartenordnung darf der Teich nicht größer als 6 m² und nicht tiefer als 80 cm sein. Eine Herausforderung, denn die Teichgrube darf nicht zu steil werden, sonst das würde Teichsubstrat abrutschen. Der Teich soll aber mindestens 60 cm tief werden, damit sich im Sommer das Wasser nicht zu sehr erwärmt. Die Lösung: zwei Seiten des Teichufers werden mit Steilufern abgefangen. Für die Mauern kommen alte Waschbetonplatten und Klinker zum Einsatz, die ohnehin schon im Garten vorhanden sind.

Und so lief der Bau des kleinen Teichs ab:
– Grundfläche des Teichs markieren- Teichgrube ausheben, etwas tiefer als die spätere Teichtiefe
– Steilufer abstechen, die restlichen Ufer flach ausmodellieren
– Randleisten waagerecht montieren
– Schutzvlies einlegen (schützt die Folie vor spitzen Steinen und Wurzeln)
– EPDM-Folie auslegen
– weiteres Schutzvlies auslegen (bedeckt die Folie, hält das Teichsubstrat)

Die Materialien
Die Randleisten aus recyceltem Kunststoff sorgen für ein gleichmäßiges Wasserniveau des Teichs. Auch im naturnahen Garten kommt man manchmal nicht um künstliche Materialien herum. Die Teichfolie besteht aus Kunst-Kautschuk. Im Gegensatz zu PVC-Folien enthält sie keine Weichmacher und ist recyclebar. Sie lässt sie sich leicht verlegen und hält gut 20 Jahre.

Mauer aus Betonplatten
Die Besonderheit dieses kleinen Teichs sind die Steilufer. Denn um den gesamten Boden flach zu gestalten, müsste der Teich größer sein. Beim Mauerbau kommen jetzt die alten Platten zum Einsatz. Die wurden vorher abgewaschen, damit keine Nährstoffe in den Teich getragen werden. Gerald Fuchs schichtet die alten Betonplatten so auf, dass immer wieder Lücken offenbleiben. Denn Libellenlarven, Wasserkäfern oder Molchen, die sich hoffentlich im späteren Teich ansiedeln werden, ist es egal, ob sie sich zwischen Natursteinen oder Betonplatten verstecken können. Und das Schöne an solchen „Recyclingmauern“: keine sieht aus wie die Andere.

Teichsubstrat und Pflanzen
Ist die Mauer fertig, wird das Teichsubstrat eingefüllt. Normaler Gartenboden kommt nicht infrage, er enthält zu viele Nährstoffe und fördert so das Algenwachstum. Miriam Henning setzt auf ein nährstoffarmes Gemisch aus Sand und Lehm. Zeitglich wird der Teich langsam mit Wasser befüllt. Dabei verhindert eine an den Schlauch angeschlossene Gießkanne, dass der Boden aufwirbelt. Bei den Wasserpflanzen setzt Miriam Henning ausschließlich auf heimische Arten. Für jede Tiefenzone gibt es die passenden Pflanzen. Zum Beispiel für das sumpfige Ufer Bach-Nelkenwurz, Sumpf-Ziest und Sumpf-Storchschnabel; für die Flachwasserzone bis 20 cm Fieberklee, Wasserfeder und Gelbe Schwertlilie; für die Tiefenzone Seekanne und Schwimmblattpflanzen wie die Krebsschere. Im letzten Schritt verteilen Miriam Henning und Marion Dorsch noch Rollkies. So ist von der Folie bald nichts mehr zu sehen. Und über das flache Ufer können Tiere aus oder in den Teich gelangen.

Das Ergebnis
Viele Helferinnen und Helfer haben über mehrere Tage etliche Stunden Arbeit in den Bau des Teiches gesteckt. Einige Wochen später zeigt sich: der Plan ist aufgegangen. Das Wasser ist klar und die Pflanzen sind angewachsen. Und auch die ersten Tiere sind zu sehen. Libellen, Molche, Frösche und verschiedene Wasserkäfer entdeckt man bereits nach kurzer Zeit. Und durch das nährstoffarme Substrat und die sauberen Betonplatten muss Marion Dorsch kaum Algen aus dem Teich fischen. Der erste Bauabschnitt des neuen naturnahen Kleingartens ist geschafft. Als nächstes stehen unter anderem Blumenwiesen, Trockenmauern und Gemüsebeete auf dem Plan.

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