Tagesdosis 7.2.2019 – Kolonialverhalten 2.0. Deutschland belehrt Venezuela

Tagesdosis 7.2.2019 – Kolonialverhalten 2.0. Deutschland belehrt Venezuela

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/tagesdosis-7-2-2019-kolonialverhalten-2-0-deutschland-belehrt-venezuela/

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Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Deutschland kritisiert nur dann andere Länder, sofern es um deutsche Interessen geht, wenn daraus resultierender Nutzen und entsprechende Vorteile früher oder später zu erwarten sind. Deutschland bedeutet in diesem Falle natürlich nicht die deutschen Bürger, sondern die aktuelle Regierung. Vertreten durch Amtsträger und entsprechende Zuträger.

Jetzt heißt es bei genauerer Betrachtung, wer wird wofür kritisiert? Aktuell meint Deutschland dem lateinamerikanischen Land Venezuela innenpolitsche Abläufe aufdrängen zu müssen, bzw. Empfehlungen und Forderungen ungefragt aufzuoktroyieren.

Aufgrund der aggressiven einseitigen Medienberichterstattung noch einmal kurz erläutert, worum geht es nur in Venezuela? Es geht um das Land mit den grössten Erdölreserven der Welt. Es geht um einen US gesteuerten Machtwechsel. Es geht um die Rückeroberung der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA durch entsprechende Interessenverbände.

Hiesige Medien manipulieren fortlaufend interessierte Bürger mit der Information, dass die Probleme des Landes alleinig durch die Regierung Nicolas Maduro und die Amtszeit seines Vorgängers Hugo Chavez zu Stande kamen. Dass zwei sozialistische Regierungsmodelle mal wieder die Bürger in bittere Armut gebracht haben. Dass das Land unfähig regiert wurde. Das ist freundlich formuliert die halbe Wahrheit. Man könnte auch schreiben schlicht gelogen. Auch hier erneut genannt die Fakten.

Die Wahl von Hugo Chavez zum Präsidenten im Dezember 1998 hatte eine Vorgeschichte: Das Fundament: eine ökonomische Krise, die das Land seit 1983 durchlebte, die sich wegen der Verantwortungslosigkeit, Ineffizienz und Korruption immer weiter vertieft hat, bis zu dem extremen Punkt, daß sich 80% der Bevölkerung im Stadium der Armut befanden (1). Die Analphabetenrate lag bei über zehn Prozent. Hunderttausende hatten keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung oder zu mehr als der nötigsten Schulbildung. (2)

Diese Realitäten zu beseitigen brauchte Zeit. In den folgenden Jahren setzte Chavez (er verstarb 2013) zahlreiche soziale Programme um und verstaatlichte Grund, Öl und Banken des von starker Ungleichheit geprägten Landes. Damit machte er sich speziell in den USA keine neuen Freunde. Es folgten Sanktionen gegen seinen Nachfolger Maduro. Zudem ein elementarer Kurseinbruch des Ölpreises im Jahre 2014. Doch das Volk wollte sich weiterhin nicht vollends abwenden. Es hieß also von US Seite aggressiver zu agieren. Es hieß wieder einmal die im Irak, Libyen und Afghanistan missbrauchten Vokabeln Humanität und Demokratischer Wandel anzuwenden. Man suchte und fand Juan Guaidó.

Die Hintergründe und Wurzeln dieses aalglatten Strahlemannes finden sich bis ins Detail recherchiert in einem Artikel von Dan Cohen und Max Blumenthal. Die deutsche, wie die englische Originalversion sind verlinkt. (deutsche Version/englische Version). Die Überschrift lautet: Juan Guaidó: Ein Staatschef aus dem Regime-Change-Labor. Schon der einleitende Satz lässt Böses ahnen, Zitat: Juan Guaidó ist das Produkt von mehr als zehn Jahren Arbeit, koordiniert von den Regime-Change-Trainern der Washingtoner Elite. Während er vorgibt, ein Verfechter der Demokratie zu sein, steht er in Wirklichkeit an der Spitze einer brutalen Destabilisierungskampagne.

Wer wirklich verstehen möchte, sollte diesen Artikel lesen. Zudem ist ein Interview mit Max Blumenthal auf RT America verlinkt – aufschlussreich ergänzend.(5)

Sehr zu empfehlen ist auch die Rede des Außenministers Venezuelas Jorge Arreaza vor der UN…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-7-2-2019-kolonialverhalten-2-0-deutschland-belehrt-venezuela/

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