Tagesdosis 5.12.2019 – NATO-Jubiläumsgipfel: Kein Grund zum Feiern!

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/tagesdosis-5-12-2019-nato-jubilaeumsgipfel-kein-grund-zum-feiern/

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Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.

Zum Auftakt des NATO-Gipfels am 3. Dezember 2019 in London versammelte man sich, um den 70. Geburtstag des „stärksten und erfolgreichsten Bündnisses in der Geschichte“ zu feiern. Die Süddeutsche Zeitung schwächte im Titel ab „Knatsch zum Jubiläum: Nato-Gipfel in London beginnt“ und bezeichnet den derzeitigen Zustand des Bündnisses als „heikle Phase“: für die NATO kamen die Staats- und Regierungschefs des Militärbündnisses gestern in London zu einem Jubiläumsgipfel zusammen. Anlass ist das 70-jährige Bestehen der Allianz.“(1)

Die Unterzeichnung des Nordatlantikvertrages durch Belgien, Dänemark (mit Grönland), Frankreich (mit den französischen Gebieten in Algerien), Großbritannien (mit Malta), Island, Italien, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Portugal und den USA erfolgte am 4. April 1949. Und am 24. August 1949 trat der Vertrag in Kraft.

Die beiden Tage sind wohl kaum der Anlass zum Jubiläumsgipfel, der hätte früher stattfinden müssen. Also kann man den Gipfel wohl eher mit den Strategieplanungen in Verbindung bringen, die im Dezember 1949 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten, aber nicht öffentlich werden sollten.

Von Lord Hastings Lionel Ismay, dem ersten NATO Generalsekretär, stammt die Aufgabenbeschreibung der NATO “keep the Soviet Union out, the Americans in, and the Germans down.” (2)

Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bereits im Oktober 1949 begann die NATO mit der Erstellung strategischer Dokumente. Das erste strategisches Gesamtkonzept für die Allianz “The Strategic Concept for the Defense of the North Atlantic Area” (DC 6/1) wurde dann am 6. Januar 1950 vom Nordatlantikrat genehmigt. DC 6/1 erklärte, dass das Bündnis “die Fähigkeit sicherstellen sollte, strategische Bombardierungen unverzüglich und mit allen Mitteln, die mit allen Arten von Waffen, ohne Ausnahme, möglich sind, durchzuführen” (3).

Nach diesen Vorgaben wurde vom Vereinigten Generalstab der USA am 19. Dezember 1949 der Kriegsplan DROPSHOT »zur Durchsetzung der Kriegsziele der Vereinigten Staaten gegenüber der UdSSR und ihren Satelliten« verabschiedet. Dort heißt es: »Am oder um den 1. Januar 1957 ist den Vereinigten Staaten durch einen Aggressionsakt der UdSSR und/oder ihrer Satelliten ein Krieg aufgezwungen worden.« (4) Die Kriegsplanungen des Pentagon wirkten sich auch unmittelbar auf die strategischen Anfangsplanungen der NATO aus.

Die Kriegsplanungen gegen den Bündnispartner Sowjetunion – er musste im 2. Weltkrieg über 26 Millionen Menschenleben beklagen (die USA dagegen 292 000 Mann ) begannen bereits im Frühjahr 1945.

Wenn auch noch viele Dokumente in London, Washington und Moskau für weitere Generationen unter Verschluss gehalten werden, so sind doch inzwischen englische und amerikanischen Archive nach und nach zur Benutzung freigegeben worden. 1998 hat sich das Gerücht bestätigt, dass Churchill am 1. Juli 1945 im Rahmen der von Lord Ismay geplanten Operation »Unthinkable« mit 113 Divisionen die Sowjetunion angreifen wollte. (5)

Um das Phänomen »Kalter Krieg« zu verstehen, müssen tradierte und häufig eingeschliffene Denkmuster mit den Polen »Gut und Böse« überwunden und die Strukturen »der Grauzone« herausgearbeitet werden. Den Versuch einer umfassenden Gesamtdeutung mit historisch fundierten Beiträgen zur Einordnung der ideologischen Dimension des Kalten Krieges hat Ernst Nolte 1974 gewagt…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-5-12-2019-nato-jubilaeumsgipfel-kein-grund-zum-feiern/

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