Tagesdosis 5.11.2019 – Die Stigmatisierung der Opfer

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/tagesdosis-5-11-2019-die-stigmatisierung-der-opfer/

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Von Franz Ruppert.

Psychische „Krankheiten“?

An dieser Stelle möchte ich einen eindringlichen Appell an die Fachkollegen der Psychiatrie richten. Nach meinen Erfahrungen sind Psychotraumata und insbesondere das gesamte Paket einschließlich der sexuellen Traumatisierung die Hauptursache für die Symptome, die psychiatrisch als schwere „psychische Erkrankungen“ diagnostiziert werden. Weswegen solche Traumaopfer und Traumatäter zuweilen auch in den geschlossenen Abteilungen psychiatrischer Kliniken landen und zwangsbehandelt werden.

Mit Diagnosen wie „Angststörungen“, „Zwangsstörungen“, „Borderline-Persönlichkeitsstörung“, „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“, „Schizophrenie“, „Psychose“, „dissoziative Identitätsstörung“, „Sozio“- oder „Psychopathie“ et cetera ignoriert das System der biologisch orientierten Psychiatrie die traumatischen Hintergründe solcher Symptomgruppen. Es tut so, als wäre das traumatische Geschehen nur eine Randbedingung für vermeintliche „psychische Erkrankungen“, die durch „Gene“ und einen angeblich „gestörten Gehirnstoffwechsel“ verursacht seien. Traumata erhöhten nur die „Vulnerabilität“. Damit wird die Psyche der Menschen nicht ernst genommen! Die Traumaopfer mit ihren verzweifelten und hilflosen Opferüberlebensstrategien werden so nicht gesehen. Es wird ihnen keine adäquate Hilfe zuteil (1).

Die Gabe von Psychopharmaka ist aus meiner Sicht selbst eine Psychotrauma-Überlebensstrategie der vermeintlichen Experten.

Dieses System schützt zugleich die Traumatäter. Es hält mit seiner Praxis die inneren Spaltungen der Betroffenen aufrecht, verstärkt sie weiter und fügt ihnen durch die Wirkungen der Medikamente noch weitere körperliche Schäden zu. Es deckt systematisch einen gesamtgesellschaftlichen Skandal, weil damit das ganze Ausmaß sexueller Traumatisierungen in einer Gesellschaft verschleiert wird (2).

Schätzungen zufolge macht etwa jede vierte bis dritte Frau in Deutschland in ihrem Leben sexuelle Gewalterfahrungen. Auch fünf bis 15 Prozent aller Männer sind Sexualtraumaopfer. Da ich mit meinen Seminaren weltweit unterwegs bin, sehe ich, dass in jeder Gesellschaft das Thema sexuelles Psychotrauma vorkommt. Es ist als Beiwerk von Kriegen und Bürgerkriegen an der Tagesordnung und in vielen Familien seit Generationen übliche Praxis. Es wird überall verschwiegen, geleugnet und unter den Teppich gekehrt. Die Opfer müssen schweigen, sie werden selbst als die Schuldigen dargestellt. Sie erfahren keine Loyalität in ihren Familien, keinen Schutz durch die Polizei und nur selten Genugtuung durch die Justiz. Die Täter werden vor Strafverfolgung systematisch geschützt. Ein Beispiel: „Das Leben von zwei Dritteln der mexikanischen Frauen über 15 Jahren ist von Gewalt durchtränkt. In vielen Fällen beginnt der Missbrauch in der Kindheit“ (3).

Gewalt oder Verführung?

Zu einem Trauma der Sexualität kann es kommen, wenn die eigene Sexualität dafür eingesetzt wird, um nicht allein zu sein und die Illusion zu haben, körperlich berührt und geliebt zu werden und dadurch eine Daseinsberechtigung zu bekommen. Bei einem sexuellen Psychotrauma in der Kindheit geht die Initiative für den sexuellen Kontakt, der oft mit Streicheln, Küssen, Liebkosungen, auch seitens des Kindes, beginnen kann, zunächst von einem Täter aus…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-5-11-2019-die-stigmatisierung-der-opfer/

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Dieser Beitrag erschien am 02.11.2019 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Frenzel / Shutterstock

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