Tagesdosis 30.9.2017 – Wer war schuld an den Weltkriegen?

Tagesdosis 30.9.2017 – Wer war schuld an den Weltkriegen?

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat im Wahlkampf behauptet, die Deutschen hätten das Recht, „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen”. Mit dieser Äußerung hat er einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, gleichzeitig aber auch eine Debatte angefacht, die sich um die Frage der „Kriegsschuld“ dreht.

Seit vielen Jahren streiten sich Historiker darüber, ob die gängige Geschichtsschreibung Recht hat, wenn sie Deutschland die Schuld an beiden Weltkriegen zuweist. Mit unterschiedlichen Begründungen wird Großbritannien, Frankreich, Russland, den USA oder auch Österreich zumindest eine Mitschuld am Ersten und Zweiten Weltkrieg zugeschrieben.

Die Debatte ist vor allem in deutsch-nationalen Kreisen ein beliebtes Thema. Dort sieht man es gern, wenn anderen Nationen der Schwarze Peter zugespielt und die eigene Weste auf diese Weise reingewaschen wird. Doch man sollte sich hüten, sich auf eine solche Debatte einzulassen, denn es handelt sich um ein Scheingefecht, das in erster Linie dazu angetan ist, von den wahren Verursachern der Kriege abzulenken. Schlimmer noch: Es handelt sich um eine Falle, in die man leicht hineintappt, wenn man die geschichtlichen Zusammenhänge außer Acht lässt.

Der Erste Weltkrieg und seine Profiteure

Jahrhundertelang war Großbritannien auf Grund seines riesigen Kolonialreiches  die unbestrittene globale Supermacht. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts aber war abzusehen, dass es diese Stellung nicht auf Dauer würde halten können. Zwei andere Nationen machten sich daraufhin Hoffnung, Großbritanniens Platz einzunehmen: Die USA, in denen sich die Wall Street infolge der rasanten industriellen Entwicklung nach dem Bürgerkrieg zur größten Macht im Land entwickelt hatte, und das Deutsche Reich, das in den dreißig Jahren nach seiner Gründung 1871 ebenfalls zu einer wirtschaftlichen Großmacht herangewachsen war.

Da die Welt bereits weitgehend aufgeteilt war, führte der Weg zur Erschließung von Rohstoffen und neuen Absatzmärkten nur über einen Krieg. Dieser wiederum führte zur  Ankurbelung der Rüstungsproduktion und auf Grund der Zerstörung zu immensen neuen Investitionen und zu einer Welle der Kreditvergabe. All das brachte der Finanzindustrie, die in den Jahren vor dem Krieg bereits einen historischen Machtzuwachs erlebt hatte, riesige Gewinne und eine noch stärkere Position innerhalb der Gesellschaft ein.

Um die Menschen in einen solchen Krieg zu treiben, musste ihnen aber ein Grund geliefert werden, ins Feld zu ziehen und das eigene Leben zu riskieren. Genau dazu diente der Nationalismus: Er ließ die Menschen glauben, dass ihr Feind nicht im Inland, und zwar in den Vorstandszimmern von Banken und Industriekonzernen, sondern im Ausland saß. Wie sehr die Menschen dadurch getäuscht wurden, zeigte sich in Deutschland besonders in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Im Vertrag von Versailles wurden Deutschland 1919 „Reparationszahlungen“ auferlegt, die es zur „Abgeltung seiner Kriegsschuld“ u.a. an Großbritannien, Frankreich und Italien zahlen sollte. Sie führten dazu, dass in der Weimarer Republik kaum Geld für soziale Leistungen für die von ihrer Arbeit lebenden Menschen und die vielen Kriegsopfer vorhanden war. Die Reparationszahlungen wurden aber nicht von den geschädigten Nationen, sondern von den USA organisiert und dienten nicht etwa – wie offiziell behauptet – der „Wiedergutmachung“, sondern in erster Linie dazu, diese Nationen in die Lage zu versetzen, ihre Schulden bei amerikanischen Banken zu begleichen.

Der Zweite Weltkrieg und seine Förderer

Der Zweite Weltkrieg wird in der offiziellen Geschichtsschreibung immer als Kampf „Demokratie gegen Diktatur“ beschrieben. Dabei wird den USA die Rolle des entschiedenen Gegners des Hitler-Regimes und des Vorreiters der Freien Welt zugeschrieben…(weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/)

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