Tagesdosis 3.8.2019 – Der christdemokratische Waldgipfel

Tagesdosis 3.8.2019 - Der christdemokratische Waldgipfel

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Ein Kommentar von Hermann Ploppa.

Der Wald ist kein Luxus. Er ist unsere Lunge.

„Jeder Baum, der eingeht, da verlieren wir einen Mitkämpfer im Klimaschutz. Denn der Wald ist nicht nur Erholungsgebiet oder auch für Artenreichtum für Tiere, für Flora und Fauna, sondern der Wald ist Kohlenstoffspeicher, ist Klimaschützer, reinigt das Wasser, die Böden sind wichtig.“ Das sagte unsere Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner. Die ehemalige Weinkönigin von Rheinland-Pfalz rief zum 1. August ihre Fachkollegen aus den Ländern zusammen (1), um im so genannten Waldgipfel über die Rettung des darniederliegenden deutschen Waldes zu diskutieren.

Allerdings waren nur die CDU-Minister eingeladen. Klar. Flüchtlinge sind ja jetzt nicht mehr das Top-Thema, mit dem man Wähler ködert, sondern die Umwelt. Und da haben geschickte Kampagnen dafür gesorgt, dass beim Thema Umwelt die Grünen als die besseren Umweltanwälte wahrgenommen werden und nicht die Christdemokraten. Und schon holt die CDU gegen die Grünen in den Umfragen wieder auf. Denn die CDU hat jetzt auch ihr Herz für die Umwelt entdeckt. Das will Frau Göring-Eckardt von den Grünen so nicht stehen lassen (2). Ihre Forderung: nicht 2.6 Prozent Urwald brauchen wir, sondern 5 Prozent!

Es ist zunächst mal gut, dass Frau Klöckner das Thema Wald wenigstens für ein paar Tage unter die fünf Top-Themen gehievt hat. Die Fakten sind tatsächlich alarmierend: allein im letzten Jahr sind 110.000 Hektar Wald in Deutschland kaputt gegangen.

Dieses Jahr sollen weitere 25.000 Hektar gestorbener Wald hinzukommen. Allein in Sachsen sind bereits in den letzten Jahren 100.000 Hektar Wald zerstört worden. Und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND spricht sogar von einem „Waldsterben 2.0“. Das Waldsterben war ja in den frühen Achtziger Jahren verursacht worden durch sauren Regen. Der BUND ist die kritische Begleitstimme im Orchester unserer medialen Umweltpolitik.

Der BUND fordert sogar 10 Prozent Urwald (3). Die Probleme, die wir uns jetzt eingebrockt haben, sind aus der Anpflanzung von industriellen Baumplantagen entstanden, vorwiegend mit Fichtenbäumen. Fichten gehören nach Skandinavien oder nach Sibirien. In Deutschland war früher die Rotbuche zuhause, die war robust. Aber die Fichte wächst schneller, und man kann mit ihrem Holz schnelles Geld machen. Jedenfalls trägt die Fichte nichts zum Artenreichtum bei und fällt bei den heutigen Stürmen schnell um.

Und das ist der Ansatzpunkt auch bei Frau Klöckner: wir müssen halt jetzt Bäume pflanzen, die besser mit dem gewandelten Klima fertig werden. Für Städte sucht man schon nach neuen Baumarten, die vierzig Grad aushalten. Neue Bäume braucht das Land, auch für den zukünftigen deutschen Wald.

Also, ich finde meine Beobachtungen in diesem ganzen medialen Wald-Orchester nicht wirklich wieder. Und damit stehe ich nicht alleine. Als begeisterter Wald-Wanderer habe ich schon sehr viele Wälder in Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern oder auch Schleswig-Holstein durchstreift. Was ich überall gleichermaßen wahrnehme, ist eine Art von försterlichem Vandalismus…weiterlesen hier:https://kenfm.de/tagesdosis-3-8-2019-der-christdemokratische-waldgipfel/

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