Tagesdosis 27.6.2018 – „Wir wollen, dass die Kanzlerin zuckt!“

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Tagesdosis 27.6.2018 – „Wir wollen, dass die Kanzlerin zuckt!“

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Irre, die deutschen Gesellschaftsprofis, sprich Politiker!

Da lädt die Chefin erst einmal dazu ein, alle Menschen, die wollen, herzukommen. Und dann bricht Chaos aus. Zwar erst Jahre später, eigentlich schon zu spät, aber immerhin. Einer wagt den Sturm. Obwohl, erst nachdem sich andere schon längst formiert hatten. Nämlich die AfD. Die Gesellschaft ist gespalten wie noch nie in der BRD. Aber jetzt kommt der Ritter der Heimat an und verlangt ein Tribunal – gegen seine Chefin und für sein Bundesland.

Da kommt dann auch schon ein anderer Ritter zu weißem Roß, ehemals Waffenverkaufs- und Aussenminister Sigmar Gabriel, und stellt sich schützend vor seine ehemalige Kanzlerin. Sind die völlig wahnsinnig?, echauffiert er sich und poltert gleich weiter, dass er als Sozi ja für diese umsichtige Frau sei und dass sie ganz genau wisse, was für Europa und für Deutschland gut sei.

Das Nutten-Prinzip

Ja, was sich wie ein billiger Plot anhört, ist derzeit höchste Politik in diesem Land. Ich kann mit der Frau nicht mehr arbeiten, soll der Heimatminister Seehofer gesagt haben. Spricht aber von Fake News und alle seien doch so verlogen. Er natürlich nicht. Und schon fordert ein Reporter des mitteldeutschen Rundfunks die Chefin zum Rücktritt auf: Räumen Sie das Kanzleramt. Kommt einem wie das Nutten-Prinzip vor: Den Moment der Macht ausspielen, nennt man das Nutten-Prinzip. Ist keine Erfindung von mir. Und schon meldet sich ein Journalistik-Professor dazu zu Wort und wirft ein: Es ist unglaublich, was er, gemeint ist Horst Seehofer, sagt, und wissenschaftlich überhaupt nicht haltbar. Genau das Gegenteil ist der Fall: Der Journalismus bemüht sich ganz intensiv um Faktenchecks. Horst Seehofer befeuert das Misstrauen und die Ängste von etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen, die der Propaganda der Rechten aufsitzen und denken, sie würden permanent manipuliert.

Ach herrjeh, jetzt ist der Heimatminister also auch schon ein Neurechter? Eher ein Altrechter, aber lassen wir das. Seine Chefin ist nach Brüssel gereist und will dort mit den 16 EU-Staaten einen Ausweg aus dem Machtkampf, besser, einen Umweg um ein eventuelles  Misstrauensvotum finden. Platzt diese Koalition, dann platzt auch ihr Regierungsanspruch. Und nur um das ganz allein geht es Madame Merkel.

Verstärkter Grenzschutz, Rücknahme von Flüchtlingen oder die Umverteilung auf die EU-Länder, geordnete Einwanderung oder verschärfte Kontrollen. Merkel war in Brüssel und wollte für sich selbst werben. Dann schauen wir mal vorbei, bei ihren EU-Landesvertretern. Was wollen die?

Eine uneinige EU

Österreich: Die fordern eine Wende in der Asylpolitik. Kanzler Kurz hat ja schon aufgezeigt, dass sein Sozialsystem nicht für derlei Unwirtschaftliches herhalten kann. Es kollabiert, wenn Österreich sein Sozialsystem wie einen Ballon aufbläht.

Italien: Chef Conte will der Kanzlerin nur die Hand schütteln, wenn sie ohne vorgefertigte Idee mit ihm auch über seine Probleme spricht: Wir können keinen Einzigen mehr aufnehmen, ließ er im Vorfeld schon verlautbaren.

Frankreich: Macron ist bereit. Der Recke aus Paris will registrierte Flüchtlinge aus Deutschland ehrenhaft aufnehmen. Geschlossene Flüchtlingslager, dass sind seine Wertvorstellung von Gastfreundschaft mit denen, denen er zuvor via französischer Luftwaffe seine Böller um die Ohren warf. Ist er nicht lieb? Erst tötet er deine Kinder und dann schenkt er dir einen Psychologen.

Dänemark: Ministerpräsident Rasmussen, dem Nutten-Prinzip offenbar sehr zugänglich, ließ in der BILD-Zeitung seiner Idee mit den Worten Luft: Wenn ich mir die deutsche Politik ansehe, dann habe ich den Eindruck, dass es jetzt eine Bereitschaft gibt, das Problem in einer viel weiteren Perspektive zu diskutieren als nur Umverteilung…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

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