Tagesdosis 24.3.2018 – Der Ankauf von Staatsanleihen in Krisenzeiten

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Video-Link: http://youtu.be/0QqCaMs3Idg

Risikofreies Geschäft für die Banken.

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Zweimal stand das globale Finanzsystem bereits am Abgrund und wurde in letzter Minute gerettet. Als 1998 der New Yorker Hedgefonds Long Term Capital Management zahlungsunfähig wurde, kaufte ihn eine Gruppe von Wall-Street-Banken auf und verhinderte damit den eigenen Zusammenbruch sowie einen Domino-Effekt, der möglicherweise das ganze System mit sich gerissen hätte.

Zehn Jahre später waren die Probleme erheblich größer: aufgrund der Subprime-Hypothekenkrise in den USA standen zahlreiche Finanzinstitutionen in aller Welt vor dem Ruin. Diesmal mussten die Staaten eingreifen, um die Geldhäuser und damit das System selbst am Leben zu erhalten.

Dieser zweite Eingriff und die weiteren Stützungsmaßnahmen erforderten allerdings mehr Geld als vorhanden war. Also wurde es künstlich geschaffen – und zwar mit Hilfe der Zentralbanken. Damit wurde eine neue Phase in der Geschichte des globalen Finanzwesens eröffnet, denn ohne die Zentralbanken würde es heute nicht mehr existieren.  

Wie funktioniert eigentlich die Geldschöpfung?

Wie aber geht dieser Prozess im Einzelnen vonstatten? Wie kommt das von den Zentralbanken geschaffene Geld in Umlauf? Um diese Fragen zu beantworten, muss man zunächst einmal klarstellen, wie in unserem Finanzsystem Geld erzeugt wird.  

Die Geldschöpfung erfolgt nämlich nicht durch die Zentralbanken, sondern durch die Geschäftsbanken, und zwar über die Kreditvergabe. Nimmt jemand zum Beispiel in der Eurozone einen Kredit über 1.000 Euro auf, so schafft die Bank diesen Betrag per Knopfdruck aus dem Nichts. Als „Sicherheit“ muss sie bei der EZB lediglich 1% dieses Betrages, also 10 Euro, als „Mindestreserve“ hinterlegen.

Der Kredit hat eine bestimmte Laufzeit, innerhalb derer der Kunde ihn zurückzahlen muss. Tut er das, verschwindet das Geld ebenso wie es in die Welt gekommen ist – im Nichts. Was aber bleibt, ist die Zinszahlung, die der Kunde an die Bank leisten musste und durch die die Bank nun ein Stück reicher und der Abstand zwischen ihr und dem Kunden ein Stück größer geworden ist.

Wie aber verhält es sich mit den 14 bis 16 Billionen Dollar, die die Zentralbanken seit 2008 künstlich geschaffen und unter dem schönfärberischen Begriff “Quantitative Easing“ („Mengenmäßige Erleichterung“) in die Märkte gepumpt haben?

Quantitative Easing und Staatsanleihen-Ankauf

Nehmen wir ein Beispiel: Ein großer Teil dieses Geldes ist in den Kauf von Staatsanleihen geflossen. Staatsanleihen sind nichts anderes als Papiere, die die Regierungen ausgeben, um sich Geld für den eigenen Haushalt zu besorgen. Sie werden von Geschäftsbanken gekauft, die sie anschließend auf dem sogenannten „Sekundärmarkt“ an die Zentralbanken weitergeben.

Um zu verstehen, wer hier wie profitiert, muss man diesen Prozess einmal sehr genau betrachten. Also: Bank A möchte Staatsanleihen kaufen und leiht sich zu diesem Zweck von Bank B das nötige Geld. Nachdem Bank A das Geschäft getätigt hat, wendet sie sich an die Zentralbank, die ihr die Staatsanleihen wieder abkauft. Mit dem erhaltenen Geld zahlt Bank A den von Bank B erhaltenen Kredit zurück.

Sowohl Bank A als auch Bank B halten am Schluss also weder Staatsanleihen, noch haben sie Schulden. Dafür aber hat Bank B von Bank A Zinsen erhalten. Bank A holt sich diese Zinsen zuzüglich einer (erheblichen) Maklergebühr von der Zentralbank zurück. Beide Banken haben also von dem Deal profitiert. Das Wichtigste aber: Beide tragen keinerlei Risiko, denn der Risikofaktor – die Staatsanleihen – liegen ja jetzt bei der Zentralbank… weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

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