Tagesdosis 23.7.2019 – Apollo 11 reloaded

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

So fühlte es sich an, am 20. Juli 1969, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten, während Michael Collins im Kommandomodul Columbia den Erdtrabanten umkreiste, um die Rückkehr der anderen beiden zu ermöglichen. 

Ich war Kind und ich war dabei. So wie 600 Millionen Menschen an den Fernsehschirmen mit mir. Diese gigantische Zahl war Thema im Fernsehen. Wo sie wohl überall waren? Ich dachte an Inder mit Turbanen und Schwarze in afrikanischen Urwäldern, das ganze Dorf schaute in meiner Vorstellung gemeinsam auf einen Schirm. Weltgeschichte wurde geschrieben, und ich durfte die ganze Nacht Fernsehen gucken, zum ersten mal überhaupt, weil es ja Weltgeschichte war. Ich hielt die Wacht, die Mondfähre war gelandet, meine Mutter war schlafen gegangen, ich sollte sie wecken, bevor die Astronauten aussteigen würden. Ich traute mich kaum auf die Toilette, ich wollte nichts verpassen. Ich versuchte zu verstehen, was ich sah. Dann kam meine Mutter wieder ins Wohnzimmer und fragte: Sind sie etwa schon ausgestiegen? Ich war erschrocken und nickte. Sie war verärgert, schickte mich ins Bett, zur Strafe, weil ich versagt hatte und ihr nicht Bescheid gesagt hatte. Ich war verwirrt und fragte mich, wie mir das passieren konnte. Ich lag weinend im Bett. Es war Weltgeschichte und ich hatte es versiebt. Aber dann kam meine Mutter ins Zimmer und sagte: „Was erzählst Du denn? Die sind doch noch gar nicht ausgestiegen. Komm mit!“ und setzte mich neben sich. Es war zu viel Weltgeschichte für meinen jungen Verstand, ich fand mich nicht wirklich zurecht. Da waren Experten in einem Studio, Günter Siefarth, Ernst von Kuon, der Name imponierte mir mächtig,  er klang nach Zukunft und König, die wussten alles, und erklärten es dem Rest der Welt. Da waren Modelle, eine nachgebaute Landefähre mit allen Knöpfen, mit Leuten in Astronautenanzügen drin, ein Mann war in Amerika am Telefon und berichtete, Werner Büdeler. Die Bilder vom Start der Saturn V waren in meinem Jungengeist eingebrannt, schwarz und weiß schob sich die Rakete nach oben, Eisplatten fielen von ihr zu Boden, und dann war da überall Feuer, überall, was mich faszinierte, aber nicht erschreckte. Das Feuer trieb die Rakete in den Himmel, machtvoll. Geschichte wurde geschrieben, und ich war dabei.

In meinem Kinderzimmer gab es Bücher mit Zeichnungen, die ich aufsog: Städte unter Wasser, fliegende Autos, Siedlungen auf dem Mond und auf dem Mars, Astronauten, die vor Raketen irgendwo im Weltall standen, im fahlem Sternenlicht. Die Nahrung sollte aus dem Meer kommen. Überall stand dabei: Im Jahr 2000. Die Zukunft war unglaublich. Und ich würde es erleben, dieses Jahr 2000, in dem es so anders sein würde als heute.

Dann betrat der Astronaut die Mondoberfläche, Neil Armstrong, er glitt auf den Boden. Und er sagte diesen Satz: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer für die Menschheit. Ich verstand ihn sogar. Ich war dabei. Die Welt war unglaublich, es gab so viel Zukunft und ich würde es  alles erleben. Ich würde eine Frau haben und Kinder und ich würde Raketen steuern. Oder U-Boote, die aus Unterwasserstädten kamen.

Die Amerikaner waren auf dem Mond, als Erste, die Guten hatten es geschafft, nicht die bösen Russen. Es hatte alles geklappt. Und es war auch ein Deutscher, der das geschafft hatte, Wernher von Braun. Deutschland hatte den Krieg verloren, das wusste ich, ich stellte mir  den Krieg vor wie ein gigantisches Fußballspiel. Das war blöd mit dem Krieg. Aber wir hatten den Amerikanern ja die Rakete gebaut…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-23-7-2019-apollo-11-reloaded/

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Bildquelle: Castleski/ Shutterstock 

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