Tagesdosis 21.11.2019 – Stasi-Inquisition 2019. Im Verborgenen Gutes tun!

Tagesdosis 21.11.2019 - Stasi-Inquisition 2019. Im Verborgenen Gutes tun!

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/tagesdosis-21-11-2019-stasi-inquisition-2019-im-verborgenen-gutes-tun/

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Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Zu Beginn eine kurze Erläuterung. Im September 2019 ging ein Raunen durch den verbliebenen deutschen Restblätterwald. Der DuMont-Verlag trennte sich von der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier, um sie an einen Privatinvestor zu veräußern. Die Besonderheit, der Privatinvestor stellte sich als Berliner Ehepaar dar (1). Branchenfremd, jedoch bestückt mit entsprechendem, also ausreichendem Kapital.

Das Vermögen des Unternehmerehepaars Silke und Holger Friedrich resultiert aus dem beruflichen Vorleben. Holger Friedrich gründete 2009 den Technology Think Tank CORE. Zuvor war er unter anderem Vorstand der Software AG und Partner bei McKinsey & Company. Seine Frau leitet die Berlin Metropolitan School, eine internationale Schule mit über 1.000 Schülern. Beide sind DDR-Geborene, bekennende Berliner. Ost-Berliner (2).

Branchenfremde Quereinsteiger? Medienkenner waren irritiert, andererseits auch begeistert, endlich andere Visionen und Blickwinkel in der kränkelnden Gilde des Zeitungshandwerks. Zitat: „Als Gewerkschaften erwarten wir, dass die neuen Eigentümer verantwortungsvoll den Traditionstitel durch den Medienwandel führen, ihr unternehmerisches Geschick auf den Berliner Verlag übertragen und damit die Ungewissheit für die Mitarbeiter ein Ende hat“, warnten sie.

Die Wochen zogen ins Land und das Ehepaar stellte sich den kommenden Herausforderungen und vor allem hohen Erwartungen. Nun ergab sich am 16.11.2019 eine neue Entwicklung, mit der so gar keiner gerechnet hat. Genau eine Woche nach der breit beschworenen Glückseligkeit über den 30. Jahrestag der sog. Maueröffnung kam ein Phänomen zu Tage, welches genau vor 30 Jahren auch seinen Ursprung fand. Das Phänomen der Stasi-Inquisition (3). In den meisten Fällen reicht eine aus den Tiefen der Archive gezauberte Akte, um der personifizierten Häresie erst medial, dann beruflich, final persönlich Herr zu werden. Verantwortlicher Inquisitor über Fortbestand eines Daseins war und ist die jeweilige Leitung und damit entsprechender Namenspatron der gefürchteten Stasi-Unterlagen-Behörde.

Nach Joachim Gauck (1990 bis 2000) und Marianne Birthler (2000 bis 2011) darf sich nun seit acht Jahren Roland Jahn über lancierte Aktenveröffentlichungen und damit verbundenen Biografiewendungen als Stasi-Inquisitor darstellen. Die Behörde wurde unmittelbar mit dem Ende der DDR im westdeutschen Verständnis einer Aufarbeitung installiert und seitdem mit Millionen von Steuerzahler-Euros staatlich gepflegt.

Ich möchte nun nicht auf die jüngst veröffentlichten Erkenntnisse über Holger Friedrich und seiner biografischen Situation in der DDR eingehen. Wer ein Interesse daran hat, dem sei der verlinkte Artikel, die Stellungnahme von Friedrich empfohlen (4).

Die erste Frage die sich mir stellte, nach vermeintlicher Sensation, parallel dargelegt über Springers WELT und dem westdeutschen SPIEGEL – warum, warum jetzt? Warum wurde anscheinend unmittelbar nach Kenntnisnahme über die Investoren in den Redaktionsräumen der o.g. Branchenkollegen überlegt, wo und vor allem was lässt sich über die neuen Besitzer finden? Lag es an der Aussage von Holger Friedrich in der Ausgabe seiner Zeitung am 01.11.2019, Zitat: Auch weil heute dieselben Fehler wie damals begangen werden und ein großes Potenzial vergeben wird. In dieser Ignoranz und westdeutschen Selbstvergewisserung, Sieger der Geschichte zu sein, wird auch heute den neuen Herausforderungen begegnet…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-21-11-2019-stasi-inquisition-2019-im-verborgenen-gutes-tun/

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