Tagesdosis 2.12.2017 – Crash oder Hyperinflation – Wohin führt die globale Schuldenlawine?

Tagesdosis 2.12.2017 – Crash oder Hyperinflation – Wohin führt die globale Schuldenlawine?

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Die Welt droht an ihren Schulden zu ersticken. Rechnet man Staats-, Unternehmens- und private Haushaltsschulden auf allen fünf Kontinenten zusammen, so kommt man mittlerweile auf einen Betrag zwischen 250 und 300 Billionen US-Dollar.

Um diese Schulden zurückzuzahlen, müsste ein erheblicher Teil davon auf zukünftige Generationen abgewälzt werden. Aber auch das würde nur dann funktionieren, wenn keine weitere Verschuldung hinzukäme.

Das aber ist nicht der Fall, im Gegenteil: Der Schuldenberg wächst gegenwärtig weiter, und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit: Allein die Staatsverschuldung der USA hat sich in den vergangenen drei Monaten um 723 Milliarden US-Dollar erhöht.

Warum? Weil unser Wirtschafts- und Finanzsystem kreditgetrieben ist, weil zur Bedienung von Altlasten ständig neues Geld gebraucht wird und weil dieses Geld seit der Krise von 2007 / 2008 in einer Höhe von 14 bis 16 Billionen Dollar von den Zentralbanken aus dem Nichts geschaffen wurde. Zwar ist dieses Geld zu immer niedrigeren Zinssätzen vergeben worden, so dass sich die Zinslast nicht merklich erhöht hat, dafür aber ist ein neues Problem entstanden: Ein Großteil dieses Geldes ist nämlich in die Spekulation geflossen und „gehebelt“ worden.

Bei einer solchen „Hebelung“ wird – ganz legal – ein Mehrfaches der vorhandenen Summe zur Spekulation an den Finanzmärkten eingesetzt. Dadurch erhöhen sich einerseits die Gewinnchancen, andererseits aber steigt auch das Risiko um ein Vielfaches.

Sollte es unter diesen Bedingungen nun zu einer nennenswerten Korrektur an den Märkten kommen (z. B. einem Kurssturz von 20 Prozent) und sollten Gläubiger ihr Geld zurückfordern, würde das verheerende Folgen haben: Die Schuldner, darunter Großinvestoren wie Hedgefonds, Großbanken und global agierende Konzerne, müssten zugeben, dass sie es nicht zurückzahlen können.

Um das System in dieser Notlage zu stabilisieren, gäbe es nur eine Möglichkeit: Die Zentralbanken müssten eingreifen, das erforderliche Geld erneut aus dem Nichts schöpfen und es an die Schuldner verleihen. Damit aber würden sie nicht nur den Schuldenberg weiter erhöhen, sondern auch eine Hyperinflation heraufbeschwören.

Wir befinden uns also in einer Situation, in der das Mittel zur Lösung der einen Krise gleichzeitig die Grundlage für eine andere legt – ein Teufelskreis, der zwangsläufig in den Zusammenbruch des bestehenden Geldsystems führen muss.

Gibt es eine Möglichkeit, dem zu entkommen? Innerhalb des bestehenden Systems – nein. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, hilft nur ein Mittel: Das globale Finanzcasino zu beenden und das Finanzsystem durch eines zu ersetzen, in dem volkswirtschaftlich sinnlose und einzig und allein der Bereicherung von Spekulanten dienende Finanzprodukte und Tricks wie die Hebelung eingesetzter Summen weltweit geächtet sind.

Hat diese Forderung Aussicht auf Erfolg? Das kann niemand sagen, doch es gibt Hoffnung:  Das bestehende System befindet sich nämlich in seiner Endphase und kann nur durch den kontinuierlichen Abbau demokratischer Rechte, die Ausübung von immer härterer staatlicher Gewalt und die  permanente Senkung des Lebensstandards der arbeitenden Bevölkerung am Leben erhalten werden. Das bringt die Mehrheit der Menschen Tag für Tag stärker in Konflikt mit dem bestehenden System und zwingt sie mit immer größerem Nachdruck, nach Auswegen und einem anderen – menschenwürdigeren – System zu suchen.

Ob diese Suche schlussendlich zum Ziel führt, liegt nicht zuletzt daran, ob es in der vor uns liegenden Periode gelingt, die Menschen darüber aufzuklären, worauf der derzeitige verheerende Zustand der Welt zurückzuführen ist: Weder auf Terrororganisationen oder Schurkenstaaten, noch auf Religionen, ethnische Minderheiten oder gar Flüchtlinge, sondern einzig und allein auf die Diktatur einer gierigen, hemmungslosen und die Menschheit ins Verderben führenden Finanzelite.

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