Tagesdosis 2.11.2017 – Kopfschütteln im Spiegel der Gesellschaft

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Das morgige Querlesen der heutigen Schlagzeilen endete in einem müden Kopfschütteln. Was für Zeiten. Sehr wenig Schönes, zu viel Gaga und keinerlei  Besserung in Sicht. Täglich stößt man auf gesellschaftliche Ereignisse und Tatsachen, die viele Bürger verzweifeln und resignieren lassen. Ein freundlicher und optimistischer  Mensch zu bleiben, wird zur zunehmenden Herausforderung.

Bleiben wir doch in unserem Land. »Deutsche Wohnen AG« will den Mietspiegel kippen, globales Kapital den Wohnungsmarkt zum Abschuss freigeben. Mietpreisbremse vor dem Aus, titelt die Junge Welt vom 02.11.2017[1]. Nein, die Gier kennt kein Ende. »Unqualifiziert« und »unwissenschaftlich« findet der Konzernvertreter den Mietspiegel, mit dem die »ortsübliche Vergleichsmiete« eruiert wird. So darf diese etwa, dank Mietpreisbremse, nicht um mehr als zehn Prozent überschritten werden. Vor der 18. Kammer des Landgerichts hatten die Mieter, eine ältere Frau und ein Mann aus Berlin-Friedenau, noch recht bekommen, der Konzern zieht deshalb vor das Berliner Verfassungsgericht. Der Konzernvertreter meinte sicherlich unwirtschaftlich, also nicht genug Gewinn einbringend.

Die Reaktion der Politik? Enttäuscht sei man, oder auch nicht überrascht, variabel entsetzt.  Dass hier in Berlin absurder Weise gerade ein rot-roter Senat an die 100.000 Wohnungen im Jahre 2004 verscherbelt hat, wird argumentativ von den entsprechenden Parteien natürlich verdrängt. Kopfschütteln.

Weiter geht’s im Text. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers in Zusammenarbeit mit dem »Urban Land Institute« haben deutsche Metropolen »größtes Entwicklungspotential«. Die Frage kann nur lauten für wen entwickelt sich da welches Potential?  Anders formuliert bedeutet dieser Satz schlicht, noch mehr Druck auf den sowieso ausblutenden Wohnungsmarkt. Noch mehr Druck auf den Normalbürger.

Die Tage in Berlin. 800 Bewerbungen auf eine  Wohnung. Das besondere an der Wohnung? Sie war bezahlbar, d.h. 80qm für unter 1000€. 800 Bewerbungen[2]. Der Vermieter wird wie folgt zitiert: Man ist bemüht, einen guten Mieter zu finden. Wenn es dann jemanden gibt, der die Wohnung nur als Zweitwohnung haben will, steht der natürlich auf der Liste ganz weit oben”, verrät der Hausverwalter. Wegen der geringeren Abnutzung der Wohnung, heißt es.  Kopfschütteln.

Was lernt man noch so, von der Wirtschaftsprüfergesellschaft Pricewaterhouse Coopers, kurz PwC. Raten sie mal meine Reaktion nach Besuch der Internetseite von PwC . Richtig – Kopfschütteln. Warum? Begrüßt wird der Leser mit den Billionaire Insights 2017. Folgender Text ist zu erlesen. Wie sich innerhalb von 12 Monaten das Blatt wenden kann: Vergangenes Jahr noch gingen wir der Frage nach, ob Milliardäre nun unter Druck gerieten, da ihre Vermögen stagnieren oder gar sinken. Doch dieses Jahr zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: Der Wohlstand der weltweit Reichsten stieg dem jährlichen „Billionaire Insights 2017“ von PwC und UBS zufolge um 17 Prozent an[3].

Gesellschaftliche Veränderungen, die Sicherheit der Bürger für eine bescheidene Existenz, können nur über die Gesetzgebungen der  Politik geschaffen werden. Hat sie daran ein ehrliches Interesse? Wenn man sich die Entwicklung unserer Gesellschaft der letzten 20 – 25 Jahre anschaut, darf man das schlicht hinterfragen, sogar bezweifeln. Sie können auch schlicht den Kopf schütteln.

Nun gab es dieses Jahr die Bundestagswahlen. Von den 75.6% der Bürger die zur Wahl gingen, also ihre Stimme abgaben, wählten 82.3% jene Parteien die für eine radikale Verschlechterung der Lebensumstände in diesem Land verantwortlich sind. Die Gesetze erarbeiteten und verabschiedeten, die vielen Bürgern ein beschwerliches Dasein oktroyierten. Kopfschütteln?…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

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