Tagesdosis 18.7.2017 – „Auch das noch – Autonome zünden Reichstag an!“

von Mathias Bröckers.

„Auch das noch – Autonome zünden Reichstag an!“ titelte die „Titanic“ und lieferte damit den besten Kommentar zu der völlig überzogenen Hysterie nach den Ausschreitungen bei der G-20 Demo in Hamburg. Ganz vorneweg in „Stürmer“-Manier mal wieder die „Bild“-Zeitung, die zur Hetzjagd auf „Linksterroristen“ blies wie nach dem Reichstagbrand der „Führer“ zur Jagd auf Kommunisten und Juden.

Als „Bürgerkrieg“ und „Terrorismus“ wurde die Hamburger Randale bezeichnet – was alle Opfer verhöhnt, die tatsächlich von Krieg und Terror betroffen sind – und es wurde vor der Gefahr gewarnt, die linken Gewalttäter zu „verharmlosen“. Bei diesem Unisono von Politikern und Kommentatoren konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie fast dankbar waren endlich mal wieder den „richtigen“ Gegner gefunden zu haben – die Linke – nachdem in Deutschland jahrelang nahezu ausschließlich rechte Gewalt gegen Asylheime und Flüchtlinge zu beklagen war. Hamburgs Bürgermeister Scholz sprach gar von „Mordbrennern“, denen man nun „mit der ganzen Härte des Gesetzes“ begegnen müsse.

Tatsächlich ist in Hamburg niemand ums Leben gekommen, von den angeblich 200 verletzten Polizisten meldeten sich 95% am nächsten Tag wieder gesund, schwer verletzt wurde kein einziger. Mit „Mord“, „Terrorismus“ oder gar „Bürgerkrieg“ hatte das Spektakel rein gar nichts zu tun. Die Strategie, aus dem der sogenannte schwarze Block seine moralische Berechtigung zum Krawall zieht – “Menschen sterben und ihr schweigt, Scheiben klirren und ihr schreit” ist aufgegangen. Statt über die fatale Politik der G-20 Staaten und die von ihnen veranstalteten Massenmorde in Afghanistan, Libyen, Syrien, Yemen zu reden, sind kaputte Fensterscheiben und ein brennender Twingo das Thema. Etwas Besseres als ein paar kleine Steineschmeißer konnten sich die großen Bombenwerfer also gar nicht wünschen. Ihr täglich praktizierter Terror überall auf der Welt geht weiter und wir jagen wütende Kleinkriminelle und erlebnisorientierte Halbstarke als „Terroristen“. Geht’s eigentlich noch….?
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