Tagesdosis 14.1.2020 – Es ist etwas faul im Staate Dänemark

Tagesdosis 14.1.2020 - Es ist etwas faul im Staate Dänemark

Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/tagesdosis-14-1-2020-es-ist-etwas-faul-im-staate-daenemark/

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

2016 war Dänemark das glücklichste Land der Welt. Nirgendwo sonst auf diesem Planeten sind die Menschen so zufrieden mit ihrem Leben wie unsere nördlichen Nachbarn. 2018 lag Dänemark mit seinen 5 einhalb Millionen Einwohnern noch auf Platz zwei. Überhaupt sind die Nordeuropäer sehr zufrieden. Auf den ersten vier Plätzen des Glücksindex wechseln sich Finnland, Dänemark, Norwegen und Island ab – und auch Schweden liegt auf Platz sieben. Dazwischen sind Holland und die Schweiz. Der Rest der Welt kommt danach. Fazit: es geht den Leuten gut in Skandinavien. Das liegt am hohen Einkommen, einer langen Lebenserwartung und gut funktionierenden Sozialleistungen. Korruption ist in Skandinavien kein Problem, auch dort belegen die Länder Spitzenplätze. Heißt es.

Trotzdem sind Jeanette Strauss, Ingmar Z (Name bekannt), Per X und Bitten Jensen alles andere als glückliche Dänen. Sie sind in die Mühlen eines zunehmend privatisierten Sozialstaats geraten. Sie sind Opfer eines unerkannten gesamteuropäischen Trends geworden.

Auch in Dänemark begann Anfang des Jahrtausends ein Umbau der Gesellschaft im Sinne des Markradikalismus. Weniger Staat, mehr Netto vom Brutto und agile, private Unternehmen statt staatlicher Dinosaurier, das waren die Verheißungen der schönen, neuen neoliberalen Welt made in Europe. Tony Blair überholte Margaret Thatcher so scharf rechts, dass die eiserne Lady „New Labour“ als den größten Erfolg ihrer Regierungzeit bezeichnete. In Deutschland waren es Gerhard Schröder und Joschka Fischer, die den „Nixon Effekt“ nutzten. Er heißt so, weil es ausgerechnet Richard Nixon war, ein Kommunistenfresser der McCarthy Ära, der Beziehungen zu China aufnahm. Er konnte das, weil ihm niemand unterstellte, zu weich und unachtsam gegenüber den bösen Gelben und Commies zu sein, wie man es z.B. John F.Kennedy vorgeworfen hatte.

Aus der selben Logik heraus war es auch den „New Labour“ Deutschen Schröder und Fischer möglich, das soziale Netz der Arbeiter rabiat zusammenzukürzen und das Geld in die Taschen der Besitzenden umzuleiten. Irgendwie wollte es ihnen niemand so richtig zutrauen, was sie tatsächlich taten. In Deutschland wurde die Agenda 2010 aufgesetzt, und Peter Hartz wurde zum Namensgeber einer Reform, die der SPD später eine Erosion ihrer Wählerschaft bescherte. Mittlerweile ist die ehrwürdige Partei auf dem Weg in die Einstelligkeit, nicht zuletzt wegen Hartz 4.

Auch die traditionell sozialdemokratischen Gesellschaften Skandinaviens wurden modernisiert, wie man das damals nannte. Um Kosten zu sparen.

Jeanette Strauss war eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern. Ihre 15jährige Tochter Frida war in der Schule gerade beim Marihuana rauchen erwischt worden und Jeanette war sauer auf sie.

Dann wurde Jeanette Strauss von einem Moment auf den anderen gekündigt, was im supersozialen Dänemark möglich ist. Unrechtmäßig, wie sich später herausstellte. Aber sie hatte mit ihrem geringen Einkommen weitgehend von der Hand in den Mund gelebt und wusste nicht, wie sie ohne Lohn die Miete zahlen sollte. Sie ging zur Gemeinde und bat um Hilfe, um einen rückzahlbaren Kredit für ein paar Monate, irgendeine Unterstützung, etwas, was ihr aus der bevorstehenden Zwickmühle helfen würde.

Sie bekam keine Hilfe…weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-14-1-2020-es-ist-etwas-faul-im-staate-daenemark/

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