Tagesdosis 10.8.2017 – Säbelrasseln im USA – Nordkorea Konflikt

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Der Volksmund nennt es Säbelrasseln. Eine sehr harmlose Umschreibung eines sich anbahnenden Waffenkonflikts, der heute Morgen die erste Tagesdosis Kaffee nicht wirklich schmecken ließ.

Spiegel Online fasst zusammen: Trotz Warnungen vor einer militärischen Eskalation des Konflikts setzen die USA und Nordkorea ihre Kriegsrhetorik fort. US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Pjöngjang, vor allen “Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden”. Nordkorea erklärte, US-Präsident Donald Trump verstehe nur “absolute Stärke” und präzisierte die Pläne für einen Raketenangriff nahe dem US-Außenposten Guam im Pazifik[1].

Laut CNN von diesem Morgen, gäbe es trotz beidseitiger Kriegsrhetorik, keinerlei Anzeichen eines Erstschlags von Seiten der USA[2]. Die New York Times beschwichtigt Trumps Satz: Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen mit Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es so noch nicht gesehen habe, – dieser Satz wäre schlicht improvisiert gewesen[3]. Das beruhigt nicht wirklich.

Erste Anzeichen für einen sich anbahnenden Konflikt in dieser Region gibt es seit April diesen Jahres[4]. Nordkorea droht nun mit einem Angriff auf die Pazifikinsel Guam. Warum?

Es gibt dort einen US-Stützpunkt. Die Pazifikinsel ist also von großer militärischer Bedeutung. Guam ist eine Art Drehkreuz für die US-amerikanische Luftwaffe. Von dort brachen die Verbände bereits in seiner Vergangenheit in verschiedene Konflikte auf: nach Korea und Vietnam. Die Luftwaffenbasis Andersen ist eine der größten Basen, die Washington außerhalb des amerikanischen Festlandes unterhält – und die gleichwohl – auf US-Territorium liegt[5]. Die Bewohner der Insel sind seit 1898 amerikanische Staatsbürger, haben bei Präsidentschaftswahlen aber kein Stimmrecht.

Man fühlt sich wiedermals hilflos. Mein erster Gedanke nach Betrachten der Meldungen war: Wo ist die US Friedensbewegung bzw. wann wird sie aktiv? Die Bürgerbewegung, die besorgten Künstler und  Intellektuellen nach Trumps Wahlerfolg? Die tausende Demonstranten mit rosa Mützen?

Geschichte kann sich wiederholen. Ich habe folgenden Text aus dem Jahre 2010 gefunden: „Die Anti-Vietnam Bewegung in den USA“[6]. Nachfolgend Auszüge aus dem Text:

„Der Vietnamkrieg begann 1946 mit dem Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft. 1954 wurde das Land in einen kommunistischen, von der Sowjetunion unterstützten Norden und den dem westlichen Block sich zurechnenden Süden geteilt. In der Folge kam es zu einem Bürgerkrieg im Süden.

Die USA griffen 1965 offiziell in den Krieg ein, nachdem sie im August 1964 einen Angriff nordvietnamesischer Schiffe auf eines ihrer Kriegsschiffe im Golf von Tonkin vortäuschten, um eine innenpolitische Legitimation für den Kriegseintritt zu haben. (Dies wurde dann durch die von Daniel Ellsberg veröffentlichten Pentagon-Papiere 1971 bekannt.) Der Krieg weitete sich auch auf die Nachbarstaaten Laos und Kambodscha aus. 1973 zogen die USA ihre Truppen ab, und der Krieg, der etwa drei Millionen Menschen das Leben kostete, endete 1975 mit der Einnahme der südvietnamesischen Hauptstadt Saigons; Nordvietnam übernahm die Kontrolle über das gesamte Land…(weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de)

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