Syrien: Kampf um Ressourcen

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Syrien: Kampf um Ressourcen

Karin Leukefeld im Gespräch mit weltnetz.tv über die Kämpfe innerhalb der syrischen Opposition und die drohende Gefahr einer Fragmentierung Syriens

weltnetz.tv: Frau Leukefeld, Sie halten sich gerade in Beirut auf, waren aber bis vor wenigen Stunden in Damaskus, wo kürzlich wieder heftige Kämpfe zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen tobten. Wie haben sich diese Gefechte auf die Bevölkerung ausgewirkt. Wie ist die Lebenssituation der Bevölkerung momentan in Damaskus?

Karin Leukefeld: Ich bin jetzt einen Monat in Damaskus gewesen und fast täglich – und auch in der Nacht – hat man Kampfgeräusche gehört. Artilleriegeschosse, Mörsergranaten, die vom Zentrum aus 6 bis 7 Kilometer entfernt, in Richtung Osten vor allen Dingen, abgefeuert wurden. Dort gibt es Stadtteile bzw. Vorstädte und Satellitenstädte, in denen sich die Aufständischen festgesetzt haben und die massiv von der Armee angegriffen werden. Diese Kampfgeräusche hört man ständig in der Stadt und die Leute sagen: wir haben uns daran gewöhnt und gehen, soweit es möglich ist, ihrem Alltag nach. Die Armee selber hat ziemlich viele Fortschritte gemacht, sagt man. Es sind einige Industriegebiete, die von den Aufständischen besetzt waren, wieder freigekämpft worden, was von den Damaszenern selber als sehr positiv gesehen wird.
Der Vorort Madania, der westlich von Damaskus liegt, wird belagert von der Armee. Dort können auch keine Hilfsgüter hingebracht werden. Hilfsorganisationen, der syrisch-arabische Rote Halbmond oder das Internationale Komitee vom Roten Kreuz haben mehrfach versucht, dort Hilfsgüter hinzubringen, sind jedoch insgesamt 7 Mal abgewiesen worden mit der Begründung, die Sicherheitslage ließe das nicht zu. Also die Armee hat dort offensichtlich das Ziel, die Leute auszuhungern. Zivilisten sind im Wesentlichen aus dem Ort geflohen, schon vor einem Jahr, als die Kämpfe dort begonnen haben, aber es befinden sich natürlich noch immer mehrere tausend Personen dort. Und eine ähnliche Situation gibt es in dem Flüchtlingslager Yarmouk, wo sehr viele Palästinenser, aber auch viele Syrer gelebt haben. Auch dort gibt es eine Art Belagerungszustand.

Das vollständige Transkript finden Sie auf: http://weltnetz.tv/

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