Supergau in Japan? | Unser Umgang mit dem Restrisiko (Presseclub)

Es war das heftigste Erdbeben in Japan seit 140 Jahren: Mit einer Stärke von 8,9 hatte es am Freitag (11.3.) den Nordosten des Landes getroffen und einen bis zu zehn Meter hohen Tsunami ausgelöst. Zahlreiche Nachbeben erschütterten die Region. Erst allmählich wird das Ausmaß der Schäden sichtbar.

Großbrände lodern in mehreren Städten, viele Orte stehen unter Wasser, im Inneren des Landes kam es zu Erdrutschen. Zahlreiche Menschen warten noch auf Hilfe. Tausende haben die Nacht in Notunterkünften verbracht. Die Zahl der Todesopfer steigt beinahe stündlich. Bisher ist offiziell von 1.700 Toten und Vermissten die Rede.

Zu Gast: Christiane Grefe (Die Zeit), Claudia Kemfert (DIW Berlin),
sowie Ortwin Renn (Universität Stuttgart) und Klaus Töpfer (Publizist).

Jetzt wächst zudem die Angst vor einer nuklearen Katastrophe: Im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 hat es eine Explosion gegeben. Es wird befürchtet, dass zu einer Kernschmelze kam. Allerdings lässt die japanische Regierung die Welt diesbezüglich bislang noch im Unklaren. Droht Japan der atomare Super-Gau und mit welchen Folgen für Menschen und Umwelt?

Trotz der Erdbebengefahr setzt das rohstoffarme Land bei der Energiegewinnung seit Jahren auf die Kernkraft: Rund ein Drittel seines Strombedarfs stammt aus den derzeit mehr als 50 Atomkraftwerken. Für sie gelten äußerst strenge Bauvorschriften, die nach dem verheerenden Beben von Kobe 1995 noch einmal verschärft wurden.

Aber bleibt bei allen Sicherungsvorkehrungen und Frühwarnsystemen nicht doch ein unkalkulierbares Restrisiko? Überschätzen wir unsere Möglichkeiten, Natur und Technik zu beherrschen? Welche Auswirkungen haben davon abgesehen die Ereignisse in Japan auf die deutsche Atompolitik?

Zweifellos erhält dadurch der Streit um den Ausstieg aus dem Atomausstieg, den die schwarz-gelbe Bundesregierung gerade erst gegen den Widerstand der Opposition beschlossen hat, neue Nahrung. Wegen der drohenden nuklearen Katastrophe berät Angela Merkel zur Zeit (12.3.) mit Außenminister Guido Westerwelle und Umweltminister Norbert Röttgen im Kanzleramt über die Konsequenzen aus dem Reaktorunfall in Fukushima.

Quelle: Supergau in Japan? | Unser Umgang mit dem Restrisiko: (Presseclub vom 13.03.2011)
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/_supergau_in_japan_unser_umgang_mit_dem_restrisiko_/364031?datum=2011-03-13

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