Short Cuts

Meine früheste Kindheitserinnerung ist ein Schattenspiel,
aufgeführt von meinem Vater und meinem Bruder im Hinterhof des Hauses, in dem wir damals lebten.
Unbeirrt meiner Illusionen, glaubte ich diese 2D-Welt wäre real. Man weiß nicht, wonach es einem sehnt, man weiß nur, dass man etwas vermisst, was man niemals besessen hat. Ich bin abhängig vom großen Unbekannten. Nur in meinen Träumen, scheint es mir nicht fremd. Ich nehme alles war und möchte frei sein. Frei von Gefühlen, die davon bedroht sind, niemals von mir in Anspruch genommen zu werden. Frei von Gedanken, die mich niemals erreichen werden und frei von Wünschen, die sich niemals erfüllen sollen.

Gefühle eilen den Gedanken voraus. Ich kann sie nicht halten. Nur in der Zukunft, in denen die Momente schon längst Vergangenheit sind, wird mir deren Bedeutung bewußt werden.

Meine auf unbegründeten Angstgefühlen bestehende Unfähigkeit, Grenzen zu überschreiten, macht es mir unmöglich, objektiv zu beurteilen, warum ich bin.

Ich weiß nicht, wie oft ich mir diese Frage gestellt habe. Aber ich weiß, dass ich jeher glaubte, ich könnte so sein wie in meinen Träumen.

Zu gewöhnlich erscheint uns dieser Alltag. Richtig frei sein. Loslassen – und dennoch bescheiden bleiben und sich kümmern um jenes, was aus uns diesen unbesiegbaren Charakter macht.

Kurzfilm 2006 (Frank Höfer)

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