Schulstreik für die Flüchtlinge von Lampedusa 12.12.2013



Schulstreik für die Flüchtlinge von Lampedusa 12.12.2013
Hamburg
12.12.2013
(utopieTV-doku-video)
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Schulstreik in Hamburg: Wie politisch darf die Schule sein?


http://schulstreikbleiberechthh.wordpress.com/
http://www.ndr.de/regional/hamburg/schulstreik121.html
http://www.mopo.de/nachrichten/3000-schueler-sollen-mitmachen-diese-drei-schueler-rufen-zum-lampedusa-schulstreik-auf,5067140,25586384.html
https://linksunten.indymedia.org/de/node/100352

Den Drohungen der Schulbehörde zum Trotz haben mehr Schüler als erwartet am Donnerstagmorgen den Unterricht ausfallen lassen. Etwa 3.500 Kinder und Jugendliche versammelten sich um 10 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof, um für das Bleiberecht von Flüchtlingen in Hamburg und in Deutschland zu demonstrieren. Die Organisatoren, eine Schülerinitiative aus 40 Hamburger Schulen, waren zuvor von 3.000 Teilnehmern ausgegangen.

Um den Schülerstreik zu verhindern, hatte die Hamburger Schulbehörde klargestellt, dass es keine Befreiung vom Unterricht für die Aktion gebe. "Wer fehlt, wird ins Klassenbuch eingetragen und braucht eine Entschuldigung der Eltern", sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht.
Erst die Klassenarbeit, dann zur Demo
"Viele hatten Angst vor Ärger, sonst wären wohl noch mehr gekommen", sagt der zwölfjährige Velten. "Auch mein Klassenlehrer weiß, dass ich hier bin und findet es nicht so gut." Bevor er sich mit etwa 30 weiteren Schülern der Klosterschule zum Hauptbahnhof aufgemacht hat, musste er noch eine Klassenarbeit schreiben.
Eine Schülerin kam in Begleitung ihrer Großeltern. "Es ist uns wichtig, dass unsere Enkelin aktiv am öffentlichen Leben teilnimmt", sagte Irene Scharfenberg. "Sie ist in der Schule abgemeldet. Sie fehlt also nicht unentschuldigt, sondern bekommt dafür einfach einen Fehltag angerechnet."
Oma und Opa dabei, aber nur wenige Lehrer
Die meisten der Jugendlichen waren Oberstufenschüler. Viele hatten sich auf einen Facebook-Aufruf hin verabredet, nach den ersten beiden Schulstunden zur Demonstration zu fahren. Jüngere Schüler wurden zu Schulbeginn durch Aktionen in den Aulen zum Mitdemonstrieren aufgefordert.

Ein Streik als "kreative Plastik"
Auch ein Kunstkurs zweier Gynasien beteiligte sich am Protest. Lehrerin Yvonne Heimbüschel versteht die Aktion als anschaulichen Unterricht: "Unser Thema heißt ‘Kreative Plastik’ im Sinne des Beuysschen Gedankens." Für ihre Schülerinnen Jette und Marie war es die erste Demonstration. "Es fühlt sich gut und richtig an", sagte Marie. Im Anschluss mussten sie zurück in die Schule.
"Wir sind sehr sehr glücklich, dass ihr hier seid!", rief einer der Flüchtlinge der "Lampedusa-Gruppe" den Schülern auf Englisch von einem Lautsprecherwagen zu. "Wir sind es leid, Obdachlose zu sein!" Die Menge antwortete mit lautem Jubel und immer wieder mit der Hauptparole "Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!", die von den Organisatoren auf Zetteln ausgegeben wurde.
"Ganz Hamburg hasst die SPD"

Das Finale der Demonstration fand vor der SPD-Zentrale statt. Die Partei ist wegen der Hamburger Flüchtlingspolitik in die Kritik geraten.
Flyer wurden auch von vielen linken Verbänden verteilt, die sich an dem Marsch vom Hauptbahnhof über die Mönckebergstraße bis zur SPD-Zentrale beteiligten. Ein Großteil der mehr als ein Dutzend Sprecher verurteilte die Flüchtlingspolitik des Hamburger Senats. "Ganz Hamburg hasst die SPD", skandierten viele Demonstranten und forderten unter anderem ein Bleiberecht für die Lampedusa-Gruppe in Hamburg und den Stop aller Abschiebungen von Flüchtlingen.
Nach dem Schulstreik sollen die Aktionen weitergehen. Mitinitiatorin Leonis Meliones forderte die Schüler auf, sich auch künftig zu engagieren. Am Montag will sich das Schulstreikbündnis treffen, um weitere Aktivitäten für die Flüchtlinge zu planen.

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see you…

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