Saudi-Arabien: Dialog im Westen, Diktatur zu Hause – Wie passt das zusammen?


Am 26. November des Vorjahres wurde in Wien das König-Abdullah-Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog (KAICIID) eröffnet. (Siehe Beitrag “König Abdullah Zentrum Eröffnung”)

Laut der Gründerstaaten Österreich, Spanien und Saudi-Arabien sei das Ziel, künftigen Konflikten zwischen den Weltreligionen, insbesondere dem Christentum und dem Islam, vorzubeugen, und einen Dialog über gemeinsame Anliegen einzuleiten.

Die Eröffnung des Zentrums war allerdings auch von heftigen Protesten begleitet, da der Hauptsponsor Saudi-Arabien im eigenen Land die freie Religionsausübung unterdrückt, sprich: Andere Religionen als der salafistische Islam sind in der Öffentlichkeit verboten; auf eine Reihe von religiöser Vergehen steht die Todesstrafe.

Aber nicht nur die Religionsfreiheit ist in der absolutistischen Monarchie Saudi-Arabien quasi nicht existent, ebenso verhält es sich — wenig überraschend — mit anderen Menschenrechten, wie z.B. das Recht auf Meinungsfreiheit, Frauenrechte oder Homosexuellenrechte.

Wie sieht nun die gesellschaftspolitische Lage in Saudi-Arabien konkret aus? Wie gestaltet sich die Regierungsform und welche Auslegung der Scharia kommt zur Anwendung? Und worin besteht der politische und wirtschaftliche Einfluss Saudi-Arabiens in Europa eigentlich genau und wie groß ist er? Liegt hierin der Grund, warum sich der Westen generell nicht klar gegen dieses menschenunwürdige Regime positioniert, sondern es ganz im Gegenteil unterstützt und hofiert?

Fernerhin stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob die ernsthafte Hoffnung auf eine Öffnung Saudi-Arabiens für innere Reformen berechtigt ist, wie manche meinen, oder ob mit der Eröffnung dieses Zentrums nicht vielmehr ganz andere Zwecke verfolgt werden.

Über all das und noch mehr spricht Jorit D. Posset in der ersten Folge des neuen Jahres mit folgenden Gästen:

Michael Ley:
Der Soziologe und Politologe ist freischaffender Wissenschaftler sowie Privatdozent am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck und hat eine Reihe Bücher, unter anderem zu den Themen „Antisemitismus” und „politische Religionen” publiziert. Letzte Publikationen: Das Öl, der Islam, der Westen: Die ersten hundert Jahre (Schiller Verlag, 2011) und Die kommende Revolte (Wilhelm Fink, 2012)

Amer Albayati:
Der gebürtige Iraker ist Journalist mit Schwerpunkt Islamfragen und arabische Politik. Außerdem ist er Mitbegründer und Pressesprecher der Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ).

Heiko Heinisch:
Er war nach seinem Geschichtsstudium an der Universität Wien als freier Mitarbeiter des Ludwig-Bolzman-Instituts für historische Sozialwissenschaften tätig. 2012 wurde sein, zusammen mit Nina Scholz geschriebenes Buche „Europa, Menschenrechte und Islam — ein Kulturkampf?” veröffentlicht.

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