Saisonstart im Kleingarten Landshut

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Stefanie Thomas und ihr Mann Berni sind Kleingärtner in Landshut. Heute soll die Gartensaison in ihrer gut 270 Quadratmeter großen Parzelle richtig starten. Die Beetplanung steht an und der erste Salat darf in die Erde.

Fruchtfolge und Mischkultur
Eissalat, Pflücksalat, Kopfsalat. Die hat Stefanie Thomas bereits im Haus vorgezogen und einige Tage und Nächte im Kleingarten „abgehärtet“, sie also an die Temperaturen im Freien gewöhnt. Die Salate sollen heute noch in die Erde. Sobald die Beete abgetaut sind, denn noch sind sie von Schnee bedeckt.
Für Stefanie Thomas geht´s erstmal an den Schreibtisch, die Gemüsebeete planen. Denn die Bepflanzung ändert sich jedes Jahr. Die Anordnung der Beete im Garten ist hingegen schon über 40 Jahre alt.
„Als wir den Garten übernommen haben, war die Grundstruktur schon die, die er jetzt immer noch hat. Und das ist eigentlich eine super Struktur. Beerensträucher am Rand und an den sonnigsten Plätzen die Beete.“ Daher hat sich an dieser bewährten Struktur auch bis heute nichts geändert. Was sich allerdings jedes Jahr ändert, ist die Anordnung der verschiedenen Gemüse in den Beeten. Durch eine gut geplante Fruchtfolge lässt sich verhindern, dass dem Boden einseitig bestimmte Nährstoffe entzogen werden oder sich Krankheitserreger zu sehr ausbreiten. Zusätzlich setzt Stefanie Thomas auf Mischkultur. Das bedeutet, dass sich die Pflanzen im besten Fall gegenseitig positiv beeinflussen.
Dass sich Stefanie Thomas aber das ganze Jahr über streng an ihren Plan hält, ist eher selten:
„Ich habe einen groben Plan und stecke mir auch ab, wo die Hauptpflanzen hinkommen, aber ein Plan ist halt ein Plan und die Realität ist dann wieder anders. Man bekommt von Gartennachbarn Pflanzen geschenkt oder entdeckt doch noch eine Rarität und dann muss man eben einen Platz im Beet suchen und den findet man dann auch. Also grob halte mich dann schon an den Plan, aber im Laufe des Jahres ändert sich vieles.“
Ist der Schnee geschmolzen, geht´s ans Pflanzen der Salate. Bambusstäbe markieren den späteren Platz der Tomaten, die frühestens Mitte Mai ins Beet kommen.

Aufgabenteilung im Beet
Gut 1 Million Kleingärten gibt es in Deutschland. Und die sind besonders in größeren Städten begehrt, wo viele Menschen kein eigenes Grün besitzen. Stefanie Thomas und ihr Mann hatten Glück, seit sieben Jahren bewirtschaften sie ihre Parzelle.
Wobei die Begeisterung fürs Gärtnern bei den beiden nicht unbedingt gleich verteilt ist. Für die Beetpflege ist Stefanie zuständig, ihr Mann Berni fürs Grobe:
„Eingraben, ausgraben, solche Geschichten“, sagt er augenzwinkernd, „das ist eher meins.“ Aber dennoch hat der Musiker den Garten sehr zu schätzen gelernt: „Es ist für mich vor allem die Erholung neben meinem künstlerischen Beruf und von daher ist es gut, hier in der freien Natur auszuspannen und natürlich ist es super, dass man hier viel anbauen kann.“

Der „Instrumentenfriedhof“
Berni Thomas ist unter anderem Posaunist. Und da er sich als leidenschaftlicher Musiker nicht von seinen ausgemusterten Instrumenten trennen kann, haben die einen Ehrenplatz am Eingang des Gartens bekommen.




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