RückblicKEN – KenFM über: Ägypten 2012 (Wiederholung)

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RückblicKEN – KenFM über: Ägypten 2012 (Wiederholung)

Wiederholung vom 19.12.2012

QUO VADIS, arabischer Frühling?

Juli 2013:
Der ägyptische Militärrat hat den Mubarak-Nachfolger Mohammed Mursi, ein Jahr nach dessen Wahl bei ersten freien Präsidentschaftswahl, abgesetzt. Damit ist ein weiteres Kapitel des ägyptischen Demokratie-Frühlings, nach tagelangen Massenprotesten, abgeschlossen. Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht; ob die Übergangsregierung ihre Versprechen hält, ob die Spaltung zwischen Anhängern und Gegnern der Muslimbrüder anhält. Ob die enge Verbindung des Armeechefs, Abdel Fattah al-Sisi, zu den USA spürbar wird, und ob der Mursi-Nachfolger, wer auch immer das sein wird, ein fortgeschritteneres Verständnis von Demokratie hat als der geschasste Präsident, gegen den nun die Justiz ermittelt.

Was bei der Debatte um Ägypten immer im Hinterkopf behalten werden sollte: Der arabische Frühling kann als ein Experiment bezeichnet werden, als eine noch lange nicht abgeschlossener Prozess. Alle Beteiligten müssen zunächst mit Demokratie vertraut werden, und eine lückenlose Umsetzung ist höchst unwahrscheinlich. Auch im Nachkriegsdeutschland unter Adenauer war es so, und selbst 60 Jahre später ist die Demokratie in Deutschland nicht perfekt.

In Ägypten griff nun nach anhaltenden Massenprotesten der Militärrat ein. Dass dies nicht demokratisch ist, steht außer Frage. Dennoch sollte dieses Eingreifen nicht als das Ende des Demokratieversuchs gesehen werden, sondern vielmehr als Teil des Lernprozesses. Was es letztendlich der ägyptischen Demokratie, die schließlich noch in Kleinstkinderschuhen steckt, bringt, wird sich noch zeigen.

Aus gegebenem Grund wiederholen wir das “KenFM über” zum ägyptischen Status Quo Ende 2012 inklusive einer Analyse der Muslimbrüder sowie einem Vergleich, wie es denn um die deutsche Demokratie steht.

www.kenfm.de/blog/2012/12/19/egypt-2012/

Originaltext:
Die USA und andere westliche Staaten zeigen sich empört über die aktuelle Politik Mursis in Ägypten. Doch diese Kritik darf als ungerechtfertigt bezeichnet werden. Als Konrad Adenauer nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik aufbaute, wollte er z.B. eine Presse, bei der die Regierung das letzte Wort hat. Ein klassisches Beispiel für Fehltritte beim Erlernen des Umgangs mit demokratischer Macht.
Doch auch über 60 Jahre später, 2012, lassen Ministerien und Parteien bei öffentlich-rechtlichen Fernsehredaktionen die Telefone läuten, um die Berichterstattung zu manipulieren.
Ist ein Land wie Deutschland schon so fit in Sachen Demokratie, dass es anderen Nationen erklären kann, wie diese funktioniert? Oder sollte man sich nicht zuerst dem Balken im eigenen Auge annehmen, bevor in den Augen anderer nach Splittern sucht?

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Quellen unter:
http://www.kenfm.de/wordpress/2012/12/19/egypt-2012/

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