Rohstoffe und Menschenrechtsverletzungen: Multinationale Unternehmen als politische Akteure

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Rohstoffe und Menschenrechtsverletzungen (Prof. Dr. Guido Palazzo)

Die Machtverhältnisse zwischen privaten und öffentlichen Akteuren verschieben sich, weil die von nationalen Regierungen eingerichteten Mechanismen zum Teil nicht mehr greifen. Unternehmen operieren zunehmend in global gedehnten Wertschöpfungsketten, sie sind präsent in „weak states“ wie zum Beispiel Bangladesch, in „failed states“ wie Sudan oder Birma oder allgemein in undemokratischen und repressiven politischen Regimen. Dort werden sie systematisch mit dem Risiko konfrontiert, gegen Menschenrechtsstandards zu verstoßen. Sie werden potentiell zu Komplizen von Menschenrechtsverletzungen. Dies gilt besonders für die Produktion von Rohstoffen in geopolitisch problematischen Kontexten. Der Vortrag wird zeigen, wie diese postnationale Konstellation Unternehmen politisiert: Sie geraten unter den Druck, selbst eine regulative Funktion zu übernehmen und jene Verhaltensstandards zu definieren und umzusetzen, die lokale Regierungen nicht mehr bereitstellen wollen oder können.

Der Vortrag von Prof. Dr. Guido Palazzo mit einem Grußwort von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha fand statt anlässlich des Colloquium Fundamentale „Kulturen der Nachhaltigkeit: Zwischen Vision und Realität“ des ZAK| Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am 31.01.2013.

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