Rafael Correa: „Die Krise ist ein politisches Problem”

Ecuadors Präsident Rafael Correa über Konsumdenken, Schuldendienst und Lateinamerikas Rechte.

Im Exklusiv-Interview mit weltnetzTV spricht Ecuadors Präsident Rafael Correa über die Wirtschaftspolitik der Neuen Linken Lateinamerikas. „Es geht uns dabei darum, in Würde zu leben, ohne nach immer mehr Reichtum zu streben. Es geht darum, in Harmonie mit der Natur und den Mitmenschen zu leben. Aus dieser Position der Ureinwohner leitet sich die Kritik unserer Regierung am Konsummodell der westlichen Staaten ab”, sagte der 50-jährige im Gespräch mit weltnetzTV.
Der Europäischen Union riet der ehemalige Wirtschaftsprofessor dringend zu einem Wechsel in der Krisenpolitik. „Wir haben also einige der Krisen in Lateinamerika mit den aktuellen Problemen in Europa verglichen. Die Ähnlichkeiten sind beeindruckend”, sagte er. Statt die Interessen der Banken zu bedienen, müsste auch die EU die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum ihrer Politik rücken.
„Das ist, glaube ich, die große Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert: dass die Menschen die Kontrolle über das Kapital zurückerlangen müssen”, so Correa weiter. Der Mensch sei zu einem weiteren Instrument der Akkumulation des Kapitals geworden, vor allem des Finanzkapitals. „Sehen Sie, es gibt ja fast keine Staaten mehr, sondern nur noch Märkte”, fügte der Staatschef an.
Deutliche Worte fand Correa zu der Rechten in Lateinamerika, die für drei Putschversuche und zwei Staatsstreiche verantwortlich ist. „Alle richteten sich gegen progressive Regierungen, keine einzige rechte Regierung war davon betroffen. Das zeigt doch ganz klar, was hier geschieht. Offenbar sind wir die Gefahr. Die Demokratie ist solange gut, wie sie nichts verändert. Aber mit den neuen Demokratien und den progressiven Regierungen gibt es eine Veränderung und das ruft mächtige Feinde auf den Plan”, kritisierte Correa.

Das Transkript des ganzen Gespräches auf weltnetz.tv

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