Privatgarten Fischer – Baumhasel für Garten und Wald

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Privatgarten Fischer – Baumhasel für Garten und Wald

Der pensionierte Landschaftsgärtner Manfred Fischer hat vor 30 Jahren in seinem Vorgarten in Veitshöchheim einen eher ungewöhnlichen Baum gepflanzt – eine Baumhasel. Eigentlich ist der Baum nicht bei uns, sondern in Südosteuropa bis nach Zentralasien heimisch.

Wohin mit den Früchten?
Die Baumhasel ist nicht invasiv, verdrängt also heimische Bäume oder die heimische Haselnuss nicht und eignet sich gut als Garten- und Stadtbaum, wie Manfred
Fischer findet: „Mir gefällt er sehr gut, er hat so eine schöne, pyramidale Form, wird nicht ganz so groß wie die meisten Bäume, so wie Ahorn oder Eiche. Und er gibt schön Schatten.“
Einziges Problem sind seine Nüsse. Sie verrotten nicht gut und sind für den Kompost nicht geeignet: „Ich habe vor zwei Jahren so viel gehabt, die habe ich in den Wertstoffhof gefahren, das hat mir leidgetan. Und da bin ich auf die Idee gekommen, ob man die nicht im Wald ausbringen könnte, weil das eigentlich ein sehr wertvoller Forstbaum ist, der die Trockenheit gut aushält.“

Aus dem Garten in den Wald
Und das ist auch in Vorteil im Garten: Ihre Herkunft vom Balkan lässt die Baumhasel auch auf sehr trockenen Standorten gedeihen. Im Zuge des Klimawandels könnte sie künftig häufiger in Gärten oder in der Stadt auftauchen. Aber eben auch im Wald. Der Förster des Gemeindewaldes von Veitshöchheim, Sebastian Kräml, freut sich jedenfalls über Manfred Fischers Nuss-Spende. Sebastian Kräml wirft die Nüsse einfach auf den Waldboden, wo sie von Eichelhäher, Siebenschläfer oder Haselmaus gefunden werden: „Die machen sich über die Baumhaselnüsse her und vergraben die. Und die eine oder andere wird vergessen. Und daraus wird dann unsere Baumhasel im Wald.“ Waldverjüngung mit Hilfe von Manfred Fischers Garten.

Der richtige Schnitt
Eine heimische Haselnuss hat Manfred Fischer nur wenige Meter neben der Baumhasel gepflanzt. Sie ist nicht so hoch, ist eben ein Strauch und kein Baum. Aber doch auch schon ein paar stattliche Meter hoch. Ab und an schneidet Manfred Fischer von unten ein paar dicke Äste heraus. So sollen die jungen Triebe mehr Saft und Licht bekommen und der Strauch jung bleiben. Viele, so Manfred Fischer, beschneiden ihre Hasel aber falsch: „Da werden die einfach oben abgeschnitten, die ganzen jungen Triebe werden gekürzt, die eigentlich dann den Aufbau bringen sollen. Die Austriebe werden immer geringer, immer kleiner. Die Blüte wird weniger. Vor allem man nimmt auch dem Baum so diesen typischen Charakter.“ Daher schneidet er nur vereinzelt alte und dicke Äste, lässt aber die jungen Triebe.

Gründüngung gegen Austrocknen und Nährstoff-Schwund
Der erfahrene Landschaftsgärtner hat hinter seinem Haus einen Ziergarten angelegt und unterhalb dessen noch einen Gemüse- und Kräutergarten. Das Kürbisbeet dort ist jetzt im November natürlich abgeerntet. Aber er will es im Herbst und Winter mit einer Gründüngung schützen. Zum Einsatz kommt eine Bienenweide-Mischung, die allerdings heuer keine Blüten mehr für Insekten bilden wird. Aber die Saat wird noch so weit austreiben, dass sie den Boden bedeckt und vor Austrocknen bewahrt. Zudem sind in der Mischung auch Stickstoff fixierende Leguminosen, die den Nährstoff für den Boden aufbereiten und festhalten.

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