Podium: Gestalten statt Spekulieren. Wer regiert das Geld?

Diskutanten:
Georg Fahrenschon (Präsident Deutscher Sparkassen- und Giroverband)
Sven Giegold (Grüne, MdEP)
Thomas Jorberg (Vorstandssprecher GLS Bank)
Peer Steinbrück (SPD, MdB)

Moderation: Rainer Hank

Veranstaltung: Ev. Kirchentag 2013
Ort: Hamburg
Datum: 3. Mai 2013

Im Anschluss an den Vortrag von Heiner Flassbeck diskutieren Georg Fahrenschon (Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes), Sven Giegold (Grünen-Politiker und Mitglied des Europäischen Parlaments, Thomas Jorberg (Vorstandssprecher der GLS Bank) und Peer Steinbrück (SPD-Politiker und Mitglied des Bundestages) die Frage: Wer regiert das Geld?

Welche Maßnahmen sind sinnvoll, um Krisen auf den Finanzmärkten künftig zu unterbinden? Daber hinaus: Gibt es auch falsche Regulierungen?

Thomas Jorberg weist darauf hin, dass das gegenwärtige Finanzsystem kein Naturzgesetz ist, sondern von Menschen gemacht. Insofern könne es auch von Menschen umgebaut werden. Wenn wir uns aus den lange Zeit internalisierten Denklogiken befreien würden, könnten Wir es sein, die das Geld regieren und das Geld als Instrument zur Gesellschaftsgestaltung einsetzen. Dazu zählt für Jorberg die Frage, in welche Bereiche eigentlich investiert wird und welche Effekte für das Gemeinwohl hiervon zu erwarten sind.

Georg Fahrenschon fordert Leitplanken und neue Sppielregeln für die Finanzmärkte. Gleichzeitig verweist er aber auch auf die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen, der sein Geld investiert.

Peer Steinbrück erhebt ebenfalls die Forderung nach stärkerer Regulierung der Finanzmärkte. Die größte politische Herausforderung liegt für ihn darin, ob Märkte oder demokratisch legitimierte Institutionen zukünftig die globalen Arbeits- und Lebensverhältnisse bestimmen. Steinbruck fordert Verkehrsregeln für die internationale Geldwirtschaft und kritisiert darüber hinaus das Phänomen des Hochfrequenzhandels.

Sven Giegold macht auf das Problem aufmerksam, dass die Finanzmarktindustrie aufgrund ihrer Finanzkraft viel umfassendere Lobby-Arbeit, etwa bei den Institutionen der Europäischen Union, betreiben könne. Es sei nicht per se verwerflich, wenn Akteure ihre Interessen vertreten würden, dass Missverhältnis gegenüber einer auf Gemeinwohl ausgerichteten Lobby sei gegenwärtig jedoch zu groß. Giegold fordert daher mehr Transparenz und Regeln für Lobbyarbeit.

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