Planspiele zur Zerschlagung Syriens – Das Ende künstlicher Grenzen

Das Ende künstlicher Grenzen

DAMASKUS/ANKARA/BERLIN (Eigener Bericht) – Debatten in Berlin und
weiteren westlichen Hauptstädten über eine mögliche Zerschlagung des
syrischen Hoheitsgebiets begleiten die jüngsten militärischen Erfolge
der Regierung in Damaskus. Syrien sei faktisch längst in drei Teile
zerfallen, urteilen Außenpolitik-Spezialisten in Washington: Während
die Assad-Regierung zur Zeit ihre Kontrolle über das Zentrum des
Landes und den Küstenstreifen zu konsolidieren suche, herrschten
sunnitische, oft islamistisch orientierte Aufständische über weite
Teile Ost- und Nordsyriens. Hinzu kämen als dritte Region die kurdisch
dominierten Regionen im Nordosten des Landes. Im Hinblick auf diese
schlägt nun die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) vor,
einer Aufspaltung Syriens zuzustimmen. Langfristig könnten die
kurdischsprachigen Gebiete Syriens und des Irak in eine
“föderalisierte” Türkei eingegliedert werden, heißt es unter Bezug auf
“Kenner” der türkischen Außenpolitik. Damit stehe die staatliche
Ordnung des Nahen Ostens, die auf dem Sykes-Picot-Abkommen von 1916
basiere, vor der Auflösung. Eine staatliche Neugliederung erlaube es,
im Nahen Osten ein “sunnitisch-säkulares Gegengewicht gegen einen
schiitischen Bogen” – Iran sowie seine Verbündete – zu etablieren. Die
SWP rät dazu, entsprechende Verhandlungen zwischen der Türkei und
kurdischen Organisationen “nach Kräften” zu unterstützen.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58604




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