Pflanzenfarben für Ostern

Rot, gelb, violett, braun – vieles, was im Garten von Barbara Krasemann wächst, konserviert die Gärtnerin in Form von Tinte. Der Ablauf ist immer gleich, das Ergebnis immer eine Überraschung. Aus zwei Gemüseresten, aus überständigem Spinat und einer runzligen Roten Bete, sollen heute Farben entstehen…

Wurzel, Blätter, Blüten
Farbpigmente stecken in jeder Pflanze. In Wurzeln, Trieben, Blättern oder Blüten. Auch in Spinat. Zum Essen sind die Stiele von Barbara Krasemanns Spinat bereits zu holzig, da die Pflanzen schon zu blühen beginnen. Doch zum Farbe herstellen sind noch genügend kräftig grüne Blätter vorhanden.

‚Getestet habe ich jetzt für Farben schon eine ganze Menge. Spinat aber noch nie. Und jetzt möchte ich einfach sehen, ob das stimmt, dass das Grün nicht mehr so richtig erscheint oder nicht. Irgendeine Farbe kommt dabei raus. Ganz sicher.‘

Aus anderen Pflanzen hat die Gärtnerin schon erfolgreich Farben gewonnen. Aus Rotkohl, Schwarznuss, Safran, Blaubeeren und vielem mehr. Die Schritte, um Pigmente aus Pflanzenteilen zu lösen, sind immer dieselben.

Zutaten Grundrezept:
Gummi arabicum
Alaun
Pflanzenteile
etwas Wasser

Als erstes gilt es, die Pflanzenzellen aufzubrechen, damit sich die Farbstoffe lösen können. Dazu kann man die Teile raspeln, pürieren, kleinschneiden oder im Fall vom Spinat durch den Fleischwolf drehen. Je feiner das Material zerkleinert wird, desto leichter lösen sich die Pigmente.
Mit einem Schluck Wasser darf der Spinatbrei dann kochen. Nach 30 Minuten geht’s ans Abfiltern durch ein feines Passiertuch. Das Tuch hält die Pflanzenteile auf, die farbige Brühe darf zurück in den Topf und erneut köcheln.
Ein Esslöffel Alaun fixiert die Farbe und macht sie länger haltbar. Essen kann sollte man mit Alaun gefärbte Eier allerdings nicht. Damit eine schreibfähige Tinte entsteht, fehlt jetzt noch eine Zutat: Gummi arabicum. Das darf nicht direkt ins heiße Wasser. Deshalb rührt Barbara Krasemann das Pulver in etwas abgekühltem Sud an. Hat sich das Gummi arabicum gelöst, kommt es zurück in den Topf. Einmal umrühren und dann heißt es abwarten. Der Farbsud muss nun köcheln, damit überschüssiges Wasser verdampft. Um die neu gewonnene Pflanzenfarbe zu testen, gibt Barbara Krasemann in den Sud ein weißes Hühnerei. Und zwar für gut 20 Minuten.
Die Überraschung ist groß – grün ist das Ei zwar nicht – aber dafür leuchtend gelb. Eine schöne Farbe, die anschließend gleich zum Einsatz kommt!

Dorftreff
Denn regelmäßig treffen sich Kinder und Frauen von Dixenhausen im Feuerwehrhaus. Initiiert hat diese Treffen Barbara Krasemann. Oft bringt sie Pflanzen oder Zutaten aus dem Garten mit. Heute ihre Pflanzenfarben in blau, rot, violett, braun und dem neuen Gelbton aus Spinat. Zusammen wird dann gekocht, gebastelt und geratscht. Heute auf dem Plan: Osterkarten und Ostereier. Mit Hilfe von alten Zahnbürsten und Hasenvorlagen gestalten die Kinder mit den Pflanzenfarben bunte Osterkarten. Andere bemalen Eier oder gravieren in bereits gefärbte Eier Muster – jeder so, wie es ihm gefällt.