Noam Chomsky: USA haben weiter Kontrolle über die Ölproduktion



„Sehr zur Genugtuung der Vereinigten Staaten und seiner Verbündeten gab es im Prinzip keinen Wandel in den Hauptzentren der Ölproduktion, also Saudi Arabien und der Golfregion. Die Diktaturen sind weiter fest im Sattel", sagt Noam Chomsky. Es habe Versuche der Bevölkerung dort gegeben, sich dem Arabischen Frühling anzuschließen, aber sie wurden mit der Unterstützung des Westens schnell und hart niedergeschlagen. Der Irak sei hingegen ein herber Verlust für die USA, das Land folge nicht mehr den Befehlen der USA und werde nun vom Iran beeinflusst, z.B. bei Unterstützungslieferungen an das Assad-Regime in Syrien. In anderen Regionen wie Ägypten und Tunesien habe der arabische Frühling jedoch Erfolge gefeiert. Gleichzeitig würden die islamistischen Regierungen den neoliberalen Programmen des Westens folgen. Die beiden militärisch besetzten Gebiete der Region, die Westsahara und Palästina, habe man abgeschirmt gegenüber Veränderungen. Die Umwälzungen im arabischen Raum befänden sich derzeit nicht in einem Stillstand, vielmehr in einer Warteperiode, sagt Chomsky. „Ich denke, dass es dort einen Machtwechsel geben wird. Es ist viel schwerer geworden, die Bevölkerungen einfach zu missachten, wie es der Fall unter den vom Westen gestützten Diktaturen war. Selbst in den Öl-Diktaturen müssen die Machthaber nun der Bevölkerung ein wenig mehr Beachtung schenken."