nachdenKEN über: KenFM, linke Medien und die Montagsdemonstrationen



Nichts ist verwirrender für das Establishment als eine Person aus den eigenen Reihen, die das Establishment kritisiert. Das gilt in allen Bereichen, auch im Journalismus. "Rechter Journalismus" macht es den menschen sehr einfach. Er kreiert ein Feindbild und bietet einfache Lösungen an. "Linker Journalismus" 2014 diskutiert alles zu Tode und riskiert nichts – oder zu wenig. "Linke Journalisten" drücken sich um die persönliche Präsenz auf der Straße. In den 1970ern war das anders. Böll z.B. hat seinen Hintern tatsächlich auf die Straße bekommen. Bei jedem Wetter. Wenn "linke Journalisten" KenFM angreifen, versuchen sie ein Problem zu kompensieren. Sie verlieren die Deutungshoheit über den Begriff "links". KenFM ist inzwischen zum Sprachrohr für eine Bewegung geworden, die globale Veränderung möchte und sich in den Montagsdemonstrationen formiert. Sprachrohr bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir uns als Führungskader verstehen. Eben nicht. Als digitales Medium mit einer immer höheren Reichweite, übernehmen wir nur Verantwortung, in dem wir uns stellen, angreifbar machen. Uns zu unterstellen, wir wären Gurus eines politisch ungebildeten Mobs, ist absurd bis hilflos.

Wir halten es mit Dutschke: Es geht nicht darum, Antworten zu geben, solange die gesellschaftliche Bewusstlosigkeit existiert. Diese gesellschaftliche Bewusstlosigkeit, unter der wir alle leiden, und die ihren Zenit unter Begriff Globalisierung erfährt, können wir nur gemeinsam überwinden. Mit oder ohne "etablierter linker Presse". Begriffe wie links und rechts, oben und unten sind überholt. Es gibt nur noch ein WIR – das Ende der Feindbilder. Dieses Ende ist die einzige Chance, damit eine menschlichere Gegenwart eine Zukunft hat. JETZT.

Geht Montag wieder auf die Straße!

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