Muldenbeet anlegen

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Permakulturgärtner Norbert Schmäling aus Oberthulba hat in seinem Garten über viele Jahre auf Hügelbeete gesetzt. Doch nach mehreren trockenen Sommern ist diese Anbauweise an ihre Grenzen gekommen. Die Lösung: Muldenbeete.

Grünschnitt bleibt im Garten
Das ganze Jahr über hat Norbert Schmäling Grünschnitt gesammelt. Daraus baut der Permakulturgärtner Hügelbeete, eine Art bepflanzte Komposthaufen. Beim Verrotten des Grünschnitts werden Nährstoffe und Wärme freigesetzt. Davon profitieren die Pflanzen. Doch in den letzten Jahren gab es Probleme bei dieser Methode:

„Früher habe ich nur mein Hügelbeet erhaben über dem Erdbodenniveau gebaut. Das ging mein ganzes Leben lang gut. Aber in den Sommern 2018,2019 und 2020 sind mir meine Hügelbeete jämmerlich vertrocknet.“

Muldenbeet – Gemüse trotz Trockenheit
Deswegen geht Norbert Schmäling mit seinen Beeten jetzt in die Tiefe, etwa 40 cm ist der Graben für ein Muldenbeet. Das Muldenbeet soll Wasser speichern wie ein Schwamm und so auch in trockenen Sommern Gießen unnötig machen. In dem Beet landet alles, was an Schnittgut im Garten anfällt. Als erstes kommt eine Schicht selbst hergestellter Pflanzenkohle. Das Muldenbeet würde auch ohne Pflanzenkohle funktionieren, dient aber als zusätzlicher Speicher für Wasser und Nährstoffe. Angerottete Eichenstämme speichern Wasser und sind ebenfalls Teil der unteren Lage. Dann folgt grober Staudenschnitt. Mit einem Muldenbeet ist man im Handumdrehen seine Gartenabfälle los und muss sie nicht zu kommunalen Sammelstellen bringen. Alles leicht zusammentreten und immer mal wieder ein paar Schaufeln des Aushubs dazwischenwerfen. Bis auf einige Beikräuter wie Quecke, Ackerschachtelhalm oder Zaunwinde gibt es laut Norbert Schmäling keine Einschränkungen, was alles im Muldenbeet landen darf. Die Mischung ist sogar der Schlüssel zum Erfolg.

„Wenn ich unterschiedlichste Materialien hab, biete ich meinen Pflanzen ein Buffet an, wo jede das nötige findet. Ich muss das nur mischen mit unterschiedlichsten Biomassen und organischem Material und für alle ist am Buffet reichlich etwas da.“

Schicht für Schicht wächst das Beet in die Höhe, bis auf 80 cm. Zum Schluss packt Norbert Schmäling das Beet mit Gartenerde ein und setzt Erdbeeren. Die Erdbeeren haben so bereits über den Winter Zeit, gut anzuwurzeln. Denn durch das Verrotten des Grünschnitts entsteht Wärme, die das Anwachsen erleichtert. Zum Schluss sorgt eine Schicht Heu dafür, dass der Boden auch bei trockenen Tagen im Winter feucht bleibt. Über den Winter wird das Beet dann immer weiter zusammensacken. Ab März entfernt Norbert Schmäling das Heu auf der Südseite des Beetes und setzt unter anderem Salat und Blumenkohl. Im Mai kommen Tomate und Kürbis dazu.

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