Moderne Piraterie | Das Drama um die Hansa Stavanger (Dokumentation)

Somalische Piraten kaperten das Schiff am 4. April 2009 etwa 400 Seemeilen vor der Küste Somalias, (2° 40′ S, 46° 3′ O) auf der Fahrt von Dschabal Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Mombasa in Kenia, wo es am 5. April 2009 eingetroffen wäre.

Am 10. April 2009 sollte die Hansa Stavanger Daressalam, die größte Stadt in Tansania anlaufen. Fünf der 24 Besatzungsmitglieder auf dieser Fahrt waren Deutsche, darunter der Kapitän und weitere Offiziere. Nach Angaben der Seefahrtszeitschrift Morskoj Bulletin–Sowfracht befanden sich auch russische Staatsbürger auf der Hansa Stavanger.

Ein Schiffsingenieur stammte aus Kaliningrad, zwei weitere Besatzungsmitglieder aus Sankt Petersburg. Zur Mannschaft gehörten außerdem zwei Ukrainer, zwei Filippinos und 12 Tuvaluer. Das Frachtschiff transportierte Container mit asiatischen Waren im Wert von einigen Millionen Dollar.

Es wurde am 6. April 2009 von den Piraten in Richtung des Hafen von Harardheere, rund 400 km nördlich der somalischen Hauptstadt Mogadischu, verschleppt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg leitete am 6. April 2009 ein Verfahren gegen unbekannt ein. Die Behörde ermittelte wegen des Verdachts eines Angriffs auf den Seeverkehr.

Die Staatsanwaltschaft beauftragte das Bundeskriminalamt mit den Ermittlungen. Nach Berichten des Nachrichtenmagazins Der Spiegel vom 9. April 2009 hatte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes nach der Kaperung eine gewaltsame Befreiung geplant. Ein Vorauskommando der GSG 9, der Antiterroreinheit der deutschen Bundespolizei, war bereits nach Kenia verlegt worden.

Laut Magazin Focus kam die Aktion wegen eines Zuständigkeitsstreits zwischen Bundesinnenministerium und dem Bundesministerium der Verteidigung nicht zustande. Die Marine habe die Einsatzführung beansprucht. Dem widersprach Innenminister Wolfgang Schäuble: Die Befreiung der deutschen Geiseln sei Sache der Bundespolizei und damit der GSG 9.

Der Spiegel berichtete, die Aktion sei gescheitert, weil die Seeräuber das Containerschiff zu schnell zu ihrem Stützpunkt in der Bucht von Harardheere an der somalischen Küste brachten. Auch die deutsche Fregatte Mecklenburg-Vorpommern kam nicht zu einem Einsatz gegen die Piraten. Sie näherte sich zwar bis auf Sichtweite der Hansa Stavanger, musste aber abdrehen, nachdem die Piraten mit der Tötung der Besatzung des Frachters gedroht hatten.

Die Hansa Stavanger, die am 7. April 2009 neben anderen gekaperten Schiffen in Harardheere vor Anker gegangen war, wurde von der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern aus sicherer Entfernung überwacht. Am selben Tag meldeten sich die Piraten angeblich telefonisch bei der Reederei und verlangten ein Lösegeld in Millionenhöhe.

UPDATE: Gelöscht und mit “Frontal 21” Bericht über somalische Piraten getauscht.

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