Kriegsbilder – Was zeigen uns die Medien? – Jung+Naiv – Hangout

Am 4. September 2013, zeigt die ARD den Film “Eine mörderische Entscheidung.” Vor vier Jahren, in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2009, starben bei der Bombardierung zweier Tanklaster in der afghanischen Provinz Kunduz bis zu 140 Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten. Den Befehl zum Bombenabwurf hatte der Kommandeur des Provincial Reconstruction Teams, Oberst Georg Klein, gegeben.

In einer Mischung aus Spielfilmszenen und Zeitzeugeninterviews versucht sich Regisseur Raymund Ley an einer Rekonstruktion der Ereignisse in Kunduz. Diese, das kann man heute mit Gewissheit sagen, markieren einen Wendepunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte, insbesondere auch in der Wahrnehmung der Bundeswehr. Der Bombenangriff beendete schlagartig die Erzählung der Politik von einem Stabilisierungseinsatzes, an dessen Ende ein mehr oder weniger friedlicher Staat stehen sollte. Und so falsch und ehrabschneidend der Titel des Films auch ist, es gelingt ihm, die Erzählung der Soldaten und Soldatinnen wiederzugeben, die bereits weit vor dem September 2009 täglich erlebten, dass sie im Krieg waren. Besonders eindrucksvoll zeigt sich in der fiktionalen Darstellung, welchen Zwängen, Erwartungen und Eigenlogiken Menschen in (militärischen) Großorganisationen ausgesetzt sind, aber auch, dass es Möglichkeiten gibt, diese zu hinterfragen.

Im Hangout wollen wir aus der Perspektive des Publikums darüber diskutieren, welche Rolle die mediale Darstellung für die Wahrnehmung des Krieges und insbesondere die Bewertung des Bundeswehreinsatzes spielt.




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