Kreislehrgarten Oberhaid – Ein Schaugarten in Oberfranken

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Im August steht im Kreislehrgarten in Oberhaid für Wolfgang Settmacher-Krumm und seine Kolleginnen und Kolleginnen einiges auf dem Programm. Lavendel und Wildblumenwiese schneiden, Totholz am Sandarium verteilen und Minz-Likör ansetzen.

Minze ernten
Als erstes erntet Wolfgang Settmacher-Krumm verschiedene Minzen. Im Kreislehrgarten wachsen unter anderem Erdbeer-Minze, Schokominze und Marokkanische Minze. Durch den Rückschnitt treiben die Pflanzen umso stärker aus. Da aus den verschiedenen Minzen später ein Likör werden soll, entfernt Wolfgang Settmacher-Krumm die Blüten. Grundlage des Likörs ist ein Bündel verschiedener, frisch geernteter Minzen. Die kommen in ein Gefäß. Dazu 500 Gramm Kandiszucker und eine Vanilleschote geben. Aufgegossen wird das Ganze mit 2 Liter Wodka. Den Likör ca. 6 Wochen stehen lassen, dabei täglich schütteln. Dann den Likör abfiltern und in Flaschen aufbewahren.

Lavendel schneiden
Jetzt ist auch die Zeit für den Schnitt des Lavendels gekommen. Im Kreislehrgarten wächst unter anderem die Sorte ‚Hidcote Blue‘. Der Schnitt schadet dem Lavendel nicht. Im Gegenteil: er hält die Pflanzen vital und kompakt. Sofern man die Schere an der richtigen Stelle ansetzt. Bedeutet: nicht ins alte Holz schneiden, sondern immer grüne Triebspitzen stehen lassen. So, dass eine kleine Kuppel entsteht. Hilfreich ist es, diesen Erziehungsschnitt von der ganz jungen Pflanze an zu beginnen, gleich im ersten Jahr. Ungeschnittene Lavendel verholzen mit der Zeit und können irgendwann auseinanderfallen. Der regelmäßige Schnitt lohnt sich also.

Blumenwiese schneiden
Für den Schnitt der Blumenwiese ist Raimund Ott zuständig. Er ist Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Oberhaid. Damit die kleine Blumenwiese im Kreislehrgarten langfristig erhalten bleibt, wird sie ein- bis zweimal im Jahr geschnitten. Ansonsten würden irgendwann die Gräser dominieren und die Wildblumen verschwinden. Raimund Ott schneidet die Wiese mit einer Sichel. Große Flächen würde man mit einer Sense mähen. Das Schnittgut darf einige Tage auf der Fläche liegen bleiben, damit noch Samen ausfallen können. Dann wird alles abgeräumt, um die Wiese nicht mit Nährstoffen aus den Pflanzenresten anzureichern. Denn magere Wiesen sind besonders wertvoll und artenreich. Die Wiese im Kreislehrgarten zeigt, dass man dafür im Garten keine große Fläche braucht. Einige Quadratmeter genügen, um Insekten etwas zu bieten.

Das Sandarium
Das neueste Projekt im Kreislehrgarten ist das Sandarium für bodennistende Wildbienen und Wespen. Um diesen Lebensraum noch weiter aufzuwerten, verteilen die Kreisfachberaterin für Gartenkultur Claudia Kühnel und Wolfgang Settmacher-Krumm noch Totholz auf der Fläche. Das Holz dient etwa Spinnen als Unterschlupf und Eidechsen als Sonnenplatz.

Der Hintergrund
Der 2008 eröffnete Kreislehrgarten in Oberhaid soll Besucherinnen und Besuchern zeigen, wie ein Garten abwechslungsreich gestaltet und ökologisch bewirtschaftet werden kann. Gemüsebeete, Obststräucher, Stauden- und Kräuterbeete, sowie wilde Ecken sind auf insgesamt 1.200 qm verteilt. Außerdem gehört zum Garten eine 2.500 qm große Streuobstwiese, die sogenannte Bürgerwiese.