Kontext TV: Klimakonferenz in Durban

Vollständige Sendung: http://www.kontext-tv.de/node/189
Mit:
Jörg Haas: Programmdirektor für Klimadiplomatie bei der European Climate Foundation

Nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 und den dürftigen Ergebnissen in Cancun 2010 ist auch in Durban nicht mit einem Durchbruch zu rechnen. Die USA seien durch die Blockade im Kongress ein impotenter Riese, der unfähig ist, seine Emissionen zu kontrollieren und konstruktiv zu verhandeln, sagt Jörg Haas von der European Climate Foundation. Währenddessen steigen die Emissionen global weiter stark an, im letzten Jahr um einen Rekord von 6 %. Eine Forschergruppe des UN-Klimarats warnt vor Dürren, Hitzewellen und anderen Extremwetterereignissen – deren Opfer vor allem im globalen Süden zu verzeichnen sein werden.
Ungeachtet dessen werden noch immer weltweit jedes Jahr über 400 Milliarden Euro zur Subvention fossiler Energien ausgegeben. Auch in Deutschland wird Kohle weiter subventioniert. Trotz einzelner Erfolge von Bürgerbewegungen werden auch noch immer Braunkohlekraftwerke gebaut, zum Beispiel in Brandenburg. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass nur noch 5 Jahre Zeit bleiben, um eine Wende hin zu erneuerbaren Energien zu schaffen, andernfalls werden neugebaute fossile Anlagen ernstzunehmenden Klimaschutz nahezu unmöglich machen. Doch Energiekonzerne und stromintensive Großunternehmen wie BASF fürchten um Marktanteile und bremsen den Klimaschutz. Auch Wirtschaftsminister Rösler, FDP, bremst: Er will ein EU-Reduktionsziel von nur 20 % bis 2020 – dabei seien 30 % mindestens notwendig, so Jörg Haas.




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