Kommunismus: Geschichte einer Illusion? | Aufstieg zur Supermacht? (Teil 2)

Auf dem 14. Parteitag der KPdSU 1925 wurde Stalins Position, sein Kurs und seine Thesen zum Aufbau des Sozialismus in einem Land gefestigt. Zur Zeit des Stalinismus in der UdSSR (1924–1953) folgten viele kommunistische Parteien anderer Länder dem Leitbild der KPdSU: Der „Demokratischer Zentralismus” genannte Parteiaufbau kannte einen Parteikongress, auf dem die anwesenden Delegierten ein Zentralkomitee wählten, das dann das Politbüro wählte.

De facto stellte das Politbüro allerdings eine unkontrollierte Machteinheit dar, und dominierte das Zentralkomitee, welches wiederum sicherstellte, dass die Wahlen auf dem Parteikongress „nach Wunsch” abliefen. In fast allen Ländern, in denen eine kommunistische Partei die Regierung stellte (namentlich in den Ostblockstaaten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges), wurden zur Zeit des Stalinismus Oppositionsparteien verboten oder zwangsassimiliert. Stalin stattete sich mit diktatorischer Macht aus, und baute um seine Person einen bis dahin beispiellosen Personenkult auf, der fast schon Züge religiösen Wahns annahm.

Am 1. Dezember 1934 kam Parteisekretär Sergei Mironowitsch Kirow bei einem Anschlag ums Leben. Stalin nahm dieses Attentat zum Anlass, tatsächliche oder auch nur vermeintliche Widersacher innerhalb und außerhalb der Partei bei den sogenannten stalinschen Säuberungen, die die „Große Tschistka” (russisch: „Große Säuberung”) genannt wurden, vor allem zwischen 1935 und 1939 teilweise nach spektakulären Schauprozessen auszuschalten (vgl. Moskauer Prozesse).

Wenn sie nicht hingerichtet wurden, dann wurden sie zu langen Haftstrafen oder zur Verbannung verurteilt. Dazu wurde ein System von Straf- und Arbeitslagern, das schon in den 1920er Jahren unter Lenin eingerichtet worden war, ausgebaut: der sogenannte „Gulag”, den der Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn durch seine Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt machte.

Es gibt unterschiedliche Schätzungen über die Zahl der Todesopfer im Gulag; sie reichen von einigen
hunderttausend bis zu mehreren Millionen. Wirtschaftlich versuchte Stalin, die UdSSR durch eine massive Industrialisierung und den Ausbau des Schienennetzes auf die Höhe der westlichen Industrienationen heranzubringen. Mit rigorosen Mitteln organisierte Stalin die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, wodurch viele Bauern ihre Existenzgrundlagen verloren.

Ebenfalls rigoros bekämpfte er die orthodoxe Kirche in der UdSSR. Viele Angehörige des Klerus wurden umgebracht oder in Arbeitslager verbannt. In vielen Orten kam es zum Bildersturm in den orthodoxen Kirchen und zur Zerstörung der christlichen Insignien.

Mit dem Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939, in dessen geheimen Zusatzprotokoll Polen und andere Gebiete Osteuropas zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurden, hoffte Stalin, seinen ideologischen Gegner Hitler von einem Krieg gegen die UdSSR abzuhalten. Stalin-Verteidiger vertreten die Auffassung, dass Stalin damit nur habe Zeit gewinnen wollen, um die Rote Armee bis zum drohenden Krieg zu verstärken.

Als 1941 mit dem „Unternehmen Barbarossa” dann doch der deutsche Überfall auf die Sowjetunion kam, waren Stalin und die Rote Armee zunächst überrascht und überrumpelt. Stalin war auf die Unterstützung durch die USA mit Waffenlieferungen über das Nordmeer angewiesen. Die deutsche Wehrmacht konnte zunächst in einem Vernichtungsfeldzug bis vor Moskau und nach Stalingrad (heute: Wolgograd) vordringen.

Im Winter 1942/43 kam nach dem Sieg der Sowjetunion über die 6. deutsche Armee in der Schlacht von Stalingrad die Wende. Die Wehrmacht wurde zurückgedrängt und schließlich besiegt (vgl. auch Schlacht um Berlin). Der Sieg über die NS-Diktatur im „großen vaterländischen Krieg” gab Stalin ab 1945 neuen Auftrieb.

Kommunismus: Geschichte einer Illusion? | Aufstieg zur Supermacht? (Teil 2)
Kommunismus: Geschichte einer Illusion? | Aufstieg zur Supermacht? (Teil 2)

Weiterführende Informationen zum Kommunismus:

Der Kommunismus und auch der Marxismus waren und sind kapitalistische, materialistische Humankapitalverwaltungen. Unsere Demokratie sitzt auf ihm und verwaltet ihn für die Wirtschaft. Es ist und war ein Kuhhandel mit der Moral, die keine ist und niemals eine war.

Die heutige Wirtschaftsordnung ist eine globalisierte Planwirtschaft und wird noch weiter ausgebaut. Also kann man auch behaupten Faschisten sind die besseren Kommunisten und Demokraten moderate Marxisten?

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