Klimagerechtigkeit: Der Kampf zwischen Arm und Reich

Loading+ Meine Liste

Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung sind für die Hälfte aller Emissionen verantwortlich. Dagegen emittieren die ärmsten 50 Prozent nur ein Zehntel aller Treibhausgase. Die extreme ökonomische Ungleichheit auf der Welt und die Klimafrage lassen sich nur gemeinsam lösen – oder gar nicht, so Tim Gore von Oxfam. Es sind die reichsten zehn Prozent, deren Fußabdruck dramatisch schrumpfen muss, so der renommierte Klimawissenschaftler Kevin Anderson. Bereits jetzt sterben laut WHO bereits 150.000 Menschen im Jahr durch klimabedingte Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Erkrankungen. Bei fortschreitender Erwärmung drohen Kipppunkte im Klimasystem überschritten zu werden, etwa wenn die nordischen Permafrostböden schmelzen und gewaltige Mengen des Treibhausgases Methan freisetzen. Um eine Chance zu haben, unter zwei Grad zu bleiben, müssen die Industrienationen ihre Emissionen um 80 Prozent bis 2030 senken – statt um 40 Prozent, wie von der EU angeboten.
Dazu muss der größte Teil von Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben, so der Bolivianer Pablo Solón. Doch statt die Förderung zu begrenzen, setzen Wirtschaft und Regierungen auf fragwürdige Mechanismen wie den Emissionshandel sowie Risikotechnologien wie Kohlenstoffabscheidung und Geo-Engineering. Statt auf Risikotechnologien zu bauen, fordern Klimawissenschaftler, Aktivisten und Vertreter der Klimagerechtigkeitsbewegung einen raschen Umbau der Infrastrukturen etwa im Verkehr und in der Energieversorgung, eine massive Senkung des Konsums der reicheren Schichten und einen Ausbau der kleinbäuerlichen ökologischen Landwirtschaft. Wenn die Regierungen diesen notwendigen Wandel nicht vollziehen, müssten die Bevölkerungen ihn selbst in die Hand nehmen, durch Initiativen auf kommunaler Ebene und Aktionen des zivilen Ungehorsams wie etwa der Blockade des Braunkohletagebaus.
mit
Kayah George, Lummi Nation, USA
Aile Javo, Präsidentin des Saami-Rates, Norwegen
Themba Austin Chauke, La Via Campesina, Südafrika
Mariama Williams, The South Centre, Genf / Jamaika
Pablo Solón, ehem. Chef-Klimaunterhändler für Bolivien
Alice Bows-Larkin, Klimawissenschaftlerin, Tyndall Centre (GB)
Kevin Anderson, Klimawissenschaftler, Co-Direktor des Tyndall Centre
Tim Gore, Oxfam International, Autor der Studie “Extreme Carbon Inequality”
Janet Redman, Institute for Policy Studies, Washington D.C.
Lyda Fernanda Forero, Transnational Institute, Amsterdam / Kolumbien
Tadzio Müller, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Deutschland
Die Sendung gliedert sich in vier Teile:
1. Das Klimachaos hat begonnen: Von Dürren, Fluten, schmelzendem Permafrost und Kippunkten im Erdsystem: http://www.kontext-tv.de/node/521
2. Extreme Klima-Ungerechtigkeit: Die reichsten 10% für Hälfte der Emissionen verantwortlich / Industrienationen müssen bis 2030 um 80% reduzieren: http://www.kontext-tv.de/node/522
3. Falsche Lösungen: Emissionshandel, Kohlenstoffabscheidung und Geo-Engineering: http://www.kontext-tv.de/node/523
4. Ausstieg aus der Kohlenstoffwirtschaft: Vom fairem Infrastrukturumbau, der Rolle von Bauern und zivilem Ungehorsam: http://www.kontext-tv.de/node/524

Die Sendung wurde gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken mit Mitteln des BMZ, Brot für die Welt/EED und Stiftung Umverteilen.

Die Sendung kann über “embedded code” auf anderen Seiten integriert werden (Creative Commons NC-BY).

Kontext TV ist auch auf Facebook vertreten: http://www.facebook.com/KontextTV
Sie können uns auch auf Twitter folgen: https://twitter.com/KontextTV

Kontext TV braucht Ihre Unterstützung!
Kontext schaltet grundsätzlich keine Werbung und akzeptiert auch keine Form von Sponsoring. Um weiter existieren zu können, sind wir daher auf die Unterstützung unser Zuschauerinnen und Zuschauer angewiesen.

Sie können Fördermitglied des gemeinnützigen Vereins Kontext Medien e.V werden oder spenden. Weitere Informationen sind hier zu finden: http://www.kontext-tv.de/node/95

Kontext TV

Kontext TV

Kontext TV ist ein unabhängiges Nachrichtenmagazin, das regelmäßig über Internet und nicht-kommerzielle Radio- und TV-Stationen sendet und Hintergrundinformationen zu drängenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen.




    • Kommentare zum Video

      Benachrichtigung
      avatar
      5000